Carl Hiaasen erfindet sich selbst nicht neu, nicht heute und nicht 1991, als dieser Roman zum ersten Mal veröffentlicht wurde. Dennoch ist er ohne Frage komisch, komisch und abermals komisch. Und zwar auf seine ausgesprochen unverblümte und direkte Art, ohne mit Subtilität zu punkten.
In einem Vergnügungspark in Key Largo, Florida sind viele Mittel Recht, um Touristen an- und ihnen das Geld aus den Taschen zu ziehen. Zum Beispiel existieren hier die einzigen, noch lebenden "Blauzüngigen Mangowühlmäuse" ihrer Rasse - und exakt diese beiden, reizenden Publikumsmagneten werden am helllichten Tag gestohlen, von zwei ganz "gerissenen" Ganoven. Wer steckt da wohl dahinter und wer in aller Welt, hat den kleinen Tierchen, die Zungen blau angepinselt ("Native Tongue")?
Akteure:
Hauptdarsteller diesmal ein Journalist, dessen Handschrift die Pressemitteilungen des Vergnügungsparks tragen, der die Tricks und Machenschaften durchschaut und sich auf die Seite der "Entführer" schlägt, die "Entführer" und ihre betagten AuftraggeberInnen, Molly Mc Namara und die Mütter der Wildnis (jenseits der Siebzig), Pedro Luz, der Anabolika getränkte Sicherheitschef des Vergnügungsparks, sein Chef, Francis X. Kingsbury alias Frankie King und auf der Abschussliste des Gottis (NY Mafia Clan), ein Auftragskiller, der seine Schwiegermutter mag, ein "geiler" Delphin, ein "dressierter" Killerwal, der Tierarzt Dr. Kroocher, der den Schwindel aufdeckt und (vorerst) spurlos verschwindet, jede Menge fetter Touristen, ein Golfprofi im Feuer des Gefechts und das Projekt "Falcon Trace", das beabsichtigt, ein Naturschutzgebiet (North Key Largo) aus Mangrovenwäldern zu planieren und einem "19-Loch" Golfplatz zu opfern - kein Wunder, dass hier einer was dagegen hat:
Clint Tyree alias Skins oder der Captain (Glasauge, Badehaube, und diesmal mit eigenartiger roter Halskrause, immer noch Graham Green Fan und im Glaube an das Gute). Nicht nur Skink, der Ex-Governor auch andere Bekannte und Elemente aus den "Krummen Hunden" begegnen uns hier wieder.
Wie gewohnt ausgesprochen pointiert bringt Hiaasen eine weitere (in diesem Fall frühere) Geschichte um die Zerstörung von natürlichem Lebensraum, Korruption in Florida und der Macht der Gesetze and den Leser. Seine Charaktere sind wie üblich klaren Schemen zuordenbar: Die Guten, die Bösen, und ihre jeweiligen Handlanger (sehr oft unterbelichtet). Die Pointen kommen direkt, brauchen keinen Anlauf, wirken sofort und fordern wenig graue Zellen. Wie üblich spitzt sich die Geschichte am Ende zu und mündet in ein actiongeladenes Getümmel - Schlag auf Schlag - aus dem (wer weiß es?) die Guten als Sieger hervorgehen.
Wie immer mag ich das letzte Kapitel "Was wurde aus" und kann diesmal auch über die Übersetzung nicht nörgeln.