Die beiden Autoren zeigen sich in diesem Buch als profunde Kenner der Musikszene. Neben allgemeinen Betrachtungen über die Entwicklung der internationalen Konzertszene (Künstler, Umfeld, Publikum etc.) wird ein Großteil des Buches den (man könnte sagen) Titanen des Klaiverspiels (Horowitz, Rubinstein, Arrau, Richter etc.) gewidmet. Aber auch das aktuelle Pianisten-Universum wird von allen Seiten beleuchtet. Ein solches Buch kann natürlich immer nur subjektive Eindrücke wiedergeben (so wie jeder Besucher eines Konzerts einen anderen Eindruck mit nach Hause nimmt). Bei allem Respekt vor der analytischen Fähigkeit der Autoren, die bis zum letzten Notenstrich reicht, muß die Frage erlaubt sein, ob das denn der richtige Weg ist, sich dem Thema Musik anzunähern. Geht es wirklich darum Nuancen, Schemen, Akzentuierungen zu erkennen? Viel interessanter ist doch in Erfahrung zu bringen, welche Rolle Musik überhaupt im Leben eines Menschen "spielen" kann, der sich dafür öffnet (Cyril Scott "Musik"). Insofern eher ein Buch für musikalische Puristen, Leser, die sich den Menschen hinter den Künstlern auf diese Weise annähern wollen oder Fans von Joachim Kaiser, dessen Formulierungen teilweise mindenstens so bombastisch sind, wie das Klavierspiel seiner Hauptdarsteller.