Trotz des kleinen Formats kann man fast von einem Prachtband sprechen, denn die Bebilderung ist opulent und detailreich. Rembrandts Leben, Werk und Arbeitsweise werden anschaulich und plastisch dargestellt, auch die Beschreibungen zu den Bildern referieren nicht nur kunsthistorische Fakten, sondern nehmen Bezug auf den Lebenslauf des Malers. Es wäre allerdings zu wünschen, daß die Textredaktion etwas sorgfältiger arbeitet, es wimmelt von sprachlichen Ungereimtheiten, und geradezu ärgerlich ist die Neigung des Autors zu blumiger Übertreibung ("geradezu überweltliches Licht"), sehr fantasievoller Interpretation ("das badende Mädchen betrachtet im Wasser eine eigene Scham") oder schlichter Schlamperei (so wird z. B. mehrfach rechts und links oder die Farbe abgebildeter Kleidungsstücke verwechselt, die toten Pfauen bluten beileibe nicht aus dem Hals, wie zweimal behauptet wird, etc.).
Als ergänzende Lektüre empfehle ich
Der Maler und das Mädchen, da weiß man wenigstens gleich, daß man sich im Reich der Fantasie befindet!