Nun hat sich der wunderbare Texter Frank Ramond endlich getraut, auch einmal selbst zu singen, anstatt seine Perlen nur anderen zu überlassen. Herausgekommen dabei ist ein Album, das Stück für Stück ein reiner Hörgenuss ist. Was man also schon von Cicero, Louisan und Müller, seinen StammkundInnen, kennt, bestätigt sich auch hier: Ramond hat ein feines Gespür für durchaus alltägliche Situationen, die er zu Besonderheiten macht, eine gute Portion (Selbst-)Ironie und dabei die Fähigkeit, all das in intelligente und auch berührende Texte zu verpacken. Musikalisch mögen die Lieder im schon von Cicero bekannten Latino-Stil vielleicht nicht gerade innovativ sein, doch sie sind allemal kultiviert, sehr schön arrangiert und machen ganz einfach Spaß - nicht zuletzt, weil sie immer wieder lachen machen und vergnügt bis melancholisch stimmen. Und obwohl Frank Ramond kein begnadeter Sänger sein mag, hat seine Stimme doch das nötige Charisma, um seine "Chansonschlager" (so würde ich seine Stücke nennen) ausdrucksvoll genug zu interpretieren. Das ist bestes Singer-Songwriter-Handwerk! Ganze fünf Sterne also für ein rundum gelungenes Album! Die Miesmacher, denen all das zu glatt erscheint, können ja weghören.