...aus dem Jahre 1982, wurde mit dem Kritikerpreis für das beste Fernsehspiel und den besten Fernsehfilm, ausgezeichnet.
Der "TAGESSPIEGEL" urteilte über den am 26.12 und 28.12.1982 erstmals ausgestrahlten zweiteiler wie folgt:
"Aufwendig inszeniert, hervorragend besetzt - wirklich so, als hätte Karl May nicht nur den Roman, sondern auch das Drehbuch geschrieben und Regie geführt."
Diese positive Kritik ist zweifellos als ein Kompliment für den Autor und Szenaristen Friedemann Schreiter, die Regisseurin Vera Loebner und natürlich das ausgezeichnet agierende Schauspieler-Ensemble zu werten.
Bis in die kleinste Nebenrolle ist diese Produktion des Deutschen Fernsehfunks (DFF), hergestellt im DEFA-Studio für Spielfilme, mit prominenten Darstellern besetzt.
Neben den leider schon verstorbenen Rolf Ludwig, Kurt Böwe, Marianne Wünscher, Gerry Wolff, Barbara Dittus, Ulrich Mühe, Fred Delmare und Jenny Gröllmann, sind die auch heute noch aus Film und Fernsehproduktionen bekannten Schauspieler Detlef Gieß, Günter Junghans, Peter Bause, Heike Meyer oder Andreas Hermann zu sehen.
Der Film ansich kann auch als absolute Paraderolle für Rolf Ludwig und Kurt Böwe bezeichnet werden. Insbesondere Rolf Ludwig schlüpfte als Arndt in verschiedene Kostüme und konnte durch seine Darstellung unterschiedlicher Charaktere (z.B. als Bettelmann, Gendarm, Invalide, Kaufmann, Kellner und Kirchenbeamter) wiederum seine enorme Wandlungsfähigkeit unter Beweis stellen. Seine Aussage im Film, dass er schon immer einmal Schauspieler an einem großen deutschen Theater werden wollte, war eine augenzwinkernde Anspielung auf die gleichnamige Wirkungsstätte (Das Deutsche Theater) von Rolf Ludwig und Kurt Böwe in Berlin.
Inhalt:
In den Wäldern des Erzgebirges treibt eine Schmugglerbande ihr Unwesen. Wer es wagt, sich ihr entgegenzustellen, wird kaltblütig ermordet. Die Angst vor dem unheilvollen Buschgespenst, das hinter all dem stecken soll, lähmt die Einheimischen. Da taucht ein Fremder namens Arndt (Rolf Ludwig) auf und beginnt in "Graf von Monte Christo"-Manier, Nachforschungen zu einem 20 Jahre zurückliegenden Mord anzustellen, für den er unschuldig ins Zuchthaus kam.
Der Förster Wunderlich (Kurt Böwe) und der Weber Eduard Hauser (Andreas Hermann) helfen ihm, doch dann wird Hauser Opfer einer finsteren Intrige und als angebliches Buschgespenst verhaftet...
Die Mischung zwischen Drama, Kriminal- und Heimatfilm basiert im wesentlichen auf Motiven aus
"Die Sklaven der Arbeit", dem zweiten Teil des Romans "Der verlorene Sohn" von Karl May.
Der Filmtitel wurde von der bearbeiteten Fassung "Das Buschgespenst" (Band 64 der Gesammelten Werke) übernommen.
Nach vielen Jahren in denen sein Name offiziell praktisch tot geschwiegen wurde, war dies die erste Verfilmung eines Karl May-Romans in der ehemaligen DDR.
Bildbewertung:
Das auf zwei DVDs (DVD5/DVD9) enthaltene Bildmaterial, kommt mit einer Gesamtlaufzeit von 225 Minuten zur Ansicht. Die beiden Teile des Hauptfilms, wurden in 1A Qualität Digital restauriert.
Obwohl das filmische Ausgangsmaterial bereits das stolze Alter von 28 Jahren aufweist, könnte man nun beim betrachten des Bildes fasst den Eindruck bekommen, als wäre diese Produktion erst in heutiger Zeit entstanden. Was zweifelsohne für den offensichtlich sehr guten Zustand des originalen Materials, als auch das Fingerspitzengefühl derjenigen spricht, die diese Digitale Restauration vorgenommen haben.
Auch das Bonusmaterial kommt in angemessen guter Qualität daher.
Zum einen ist es die Dokumentation "Karl May - Stationen eines Lebens" (Erstsendung: 25.12.1982 DFF 1. Programm, Laufzeit: 45 min.) die am Vorabend der Premieren-Ausstrahlung des 1. Teiles gezeigt wurde und zum anderen "Der Mann, der Old Shatterhand war" (Erstsendung: 29.10.1989 DFF 2. Programm, Laufzeit: 10 min.), die aus Anlass des Erscheinens einer Karl May-Biographie als Beitrag der Redaktion "Kulturmagazin" ins Programm genommen wurde.
Beide Bonusbeiträge wurden in Originalfassung und länge als Mitschnitte auf 1-Zoll MAZ-Band bzw. VHS-Videomaterial übernommen. Von daher sind besonders im zweiten Fall kleinere Abstriche bei der Bildqualität zu machen, die jedoch nur unwesentlich ins Gewicht fallen dürften.
In dem zwölfseitigen aufwendig in Buchform gestalteten Booklet sind Informationen zum Lebenslauf Karl Mays, ausführliche Inhaltsangaben zu den beiden Bonusbeiträgen, ein Interview mit dem Drehbuchautor Friedemann Schreiter und ein Auszug aus dem Buch "Deutsches Fernsehen Ost. Eine Programmgeschichte des DDR-Fernsehens" der Autoren Rüdiger Steinmetz, Reinhold Viehoff, Ulrike Schwab und Thomas Beutelschmidt zum Thema "Literaturverfilmungen im DDR-Fernsehen" nachzulesen. Dazu kommen Infos zu den bisher erschienen und Demnächst neu auf den Markt kommenden DVD-Veröffentlichungen der Reihen "DDR TV-Archiv" und "Große Geschichten". Natürlich fanden auch die beiden DVDs ihren jeweils sicheren Platz in dieser in Buchform gestalteten Verpackung. Sie wurden so eingefügt dass sie jederzeit einfach, leicht und sicher zu entnehmen sind.
Tonbewertung:
Der Ton ist in Dolby Digital 2.0 Mono aufgespielt. Das gilt sowohl für die beiden Hauptfilme, wie für die beiden Bonusbeiträge. In allen Fällen ist der Ton sauber und klar verständlich vorhanden.
Größere nennenswerte Mängel waren beim ansehen der beiden DVDs weder im Bezug auf Bild- oder Tonqualität festzustellen.
Gesamturteil:
Gratulation an rbb media, das Deutsche Rundfunkarchiv (DRA) und Studio Hamburg für dieses in jeder Beziehung hochwertige Qualitätsprodukt.
Kleine Kritik am Rande:
Ich würde mir wünschen, dass die eine oder andere DVD-Veröffentlichung der Marke "DDR TV-Archiv", die im ersten Anlauf aus welchen Gründen auch immer, nicht in der allerbesten Bildqualität (Stichwort: Verschlimmbesserung) auf den Markt gekommen war, in einer zweiten Auflage, vielleicht in einer mit etwas mehr Fingerspitzengefühl und Sinn fürs wesentliche durchgeführten, ausgezeichneten digitalen Bearbeitung noch einmal auf DVD erscheint.
Fazit:
Diese DVD-Veröffentlichung "Das Buschgespenst" aus der Reihe "Große Geschichten" bekommt von mir die Bewertung 5+ und dazu natürlich eine uneingeschränkte Kaufempfehlung.
Jeder der diese grandiose Verfilmung des Karl May-Klassikers in sein heimisches Archiv aufnehmen möchte, sollte bei diesem Angebot ohne Bedenken zugreifen. Denn die Anschaffung lohnt sich aus meiner Sicht in jedem Fall.