Der Autor versammelt Porträts lebender und toter Größen auf dem Gebiet der Violine und fordert damit schon direkt einen Vergleich mit dem Gegenstück der Klavierwelt heraus , dem "Kaiser" (Joachim Kaiser, Große Pianisten) . Während Kaiser sein Buch nahezu chronologisch aufbaut und in der "Bemessungsgröße" (Porträts pro Kapitel) eindeutig die "Großen Alten" favorisiert, fasst Eggebrecht die Porträts deutlich stärker am Stil orientiert zusammen. Bei Kaiser haben die Granden Horowitz, Rubinstein, Richter etc. eigene Kapitel, Gould und Gulda müssen sich schon eines teilen, noch spätere Pianisten werden gleich zu mehreren generationsweise zusammengefasst. Eggebrecht hingegen koppelt seine Porträts quer durch die Epochen und lässt dadurch die verschiedenen Stile der Gruppierungen deutlicher hervortreten. Allerdings spendiert auch er den ganz Großen eigene Abschnitte (Heifetz, Oistrach, Perlman, nicht hingegen Kremer ...). Man hat mitunter den Eindruck, dass der Rang, den der Autor den einzelnen Geigern unzweifelhaft zuordnet, schwächer belegt ist als bei Kaiser, der geradezu akribisch die Interpretationen seiner Heroen anhand konkreter Beispiele bis in den Notentext analysiert. Eggebrecht scheint sich mehr an dem generellen Eindruck einzelner Konzerte und Aufnahmen zu orientieren, was ein interessantes, doch sehr subjektives Bild vermittelt. Alles in allem durchaus lesenswert; allerdings bleiben die Protagonisten selbst nach der Lektüre weniger scharf umrissen im Gedächtnis der Leser, als das bei Kaiser der Fall ist.