Die 1935 in der Schweiz geborene Irma Hildebrandt schrieb nicht nur viele Biografien und Essays, sondern wurde auch für ihre Kurzprosa und Lyrik ausgezeichnet. Und jetzt offeriert der Diederichs Verlag einen Band mit 30 Portraits herausragender Frauen. Keine der oft üblichen Restverwertungen von Archivmaterial, sondern sorgsam ausgewählte und aktualisierte Lebensbilder. Und da sich Irma Hildebrandt niemandem mehr beweisen muss, kann sich auch darauf verzichten, die öffentliche Aufmerksam durch einen angestrengt lockeren Sprachstil zu erregen.
Da die bereits erschienenen Frauenportraits von Irma Hildebrandt so zahlreich sind, wurde die Auswahl nicht von Knappheit gesteuert. Die durch Personen präsentierte Zeitgeschichte beginnt mit Maria Ward im 16. Jahrhundert und reicht mit Carla del Ponte bis in die Gegenwart. Und weil die dreissig Frauen in den verschiedensten Bereichen tätig sind, erfahren wir auch viel über Kunst, Politik und Wissenschaft. Es sind Heldinnen ohne die üblichen Klischees. Frauen, die das Schicksal annahmen und an ihm gewachsen sind.
Mein Fazit: Für nur zwölf Euro einen so schönen und lesenswerten Sammelband zu ergattern, sollte sich die Leserschaft von Biografien nicht entgehen lassen. Die Liebe der Autorin zum Leben und zu den Menschen ist in der Sprache ebenso spürbar wie in ihrer Herangehensweise an historische Quellen und überlieferten Anekdoten.