Was hat hier Harald Eggebrecht diesmal eigentlich geschrieben? Ein 'Fachbuch'? Etwa nur für Cellisten, Musiker, Cello-'Experten'? Nein, es ist vielmehr eine ganz wunderbare umfassende 'Liebesgeschichte des Cello-Spiels', für kundige Leser wie für Cello-Neulinge ein Gewinn, denke ich!
Ganz sicher ist dieses Buch viel mehr als nur ein 'Standard'-Werk (wie es der Klappentext zurückhaltend formuliert): Es ist eine höchst lesenswerte, brilliant verfasste großartige Chronologie, eine starke 407 Seiten umfassende, fesselnde Darstellung der Cello-Historie, mit vielen spannenden (Kurz)Biographien wirklich großer Cellisten, darunter allein 55 'ganz Große' - und mit vielen Portraits weiterer sehr bedeutender Interpreten; eine respektvolle Würdigung großer Cello-Meister, ebenso herausragende Bratschisten beschreibend - alles aufwendigst recherchiert, packend geschrieben, höchst spannend zu lesen!
Kurz: Ein Buch für alle Cello-Freunde, Liebhaber, Enthusiasten und solche, die es werden wollen.
Ich habe es schon mehrfach gelesen, auch 'diagonal', mal hier mal dort; so nehme ich es immer wieder gern zur Hand, oft einfach spontan als Nachschlagewerk - und ertappe mich dann stets dabei, dass ich immer wieder weiterlese, das nächste Kapitel und noch eines und so weiter, es fesselt halt ungemein, nicht zuletzt, weil darin mit großer Sachkunde herausragende Cello-Werke, alte und neuere Aufnahmen, LP- und CD-Einspielungen treffend beschrieben sind! Genial ist, solche Stücke aus dem Archiv zu holen (sofern man sie hat), sie zu hören, dann über die Interpreten zu lesen; das ist geradezu interaktiv! Dieses Buch hat einen höchsten Stellenwert in meiner Sammlung, als eine meiner zahlreichen Lieblings-Lektüren dieses Genres, sozusagen Cello-Musik 'literarisch hör-begleitend', wunderbar ...
Übrigens sehr zurecht schreibt Janos Starker im Vorwort: "Beim Lesen von Harald Eggebrechts Buch über große Cellisten ist mir wieder deutlich geworden, dass das Cellospiel kein Beruf ist. Es ist eine Liebesgeschichte ..." In der Tat! So spürt der Leser von der ersten Seite an die Liebe des Autors zur hohen Kunst des Cello-Spiels.