Aus der Amazon.de-Redaktion
Anders als Kurt Hoffmanns 1963 entstandene ganz und gar verträumte Verfilmung von Kurt Tucholskys Roman
Schloss Gripsholm blendet Xavier Kollers
Gripsholm auch die bitteren und letztlich tragischen Untertöne dieser Geschichte für Verliebte nicht aus. Die Geschichte von Kurt (Ulrich Noethen), seiner Prinzessin Lydia (Heike Makatsch), seinem Freund Karlchen (Marcus Thomas) und Lydias Freundin Billie (Jasmin Tabatabai), die im sommerlichen Schweden einige erotisch-unbeschwerte Wochen verbringen, ist für Koller nicht einfach nur eine Fiktion, sie ist Teil von Tucholskys Biografie. Er wagt die Quadratur des Kreises und verbindet die "kleine Sommergeschichte" -- so hat Tucholsky selbst den 1930 geschriebenen Roman genannt -- mit ihrem Hintergrund, dem Rückzug des satirischen Schriftstellers und politischen Journalisten in ein inneres wie äußeres Exil angesichts eines Deutschlands, das die Nationalsozialisten immer stärker hofierte.
Die Liebe ist greifbar nah für Kurt und Lydia. Ein paar Stunden, vielleicht sogar ein paar Tage und Nächte lang verdrängt sie alles andere. Ihre Möglichkeiten scheinen unendlich zu sein. Sie schließen selbst eine menage à trois mit Billie nicht aus. Doch die Zeit verhindert ein dauerhaftes Glück. Kurt kann selbst über die Liebe nicht die Entwicklungen in Deutschland und sein Gefühl von Machtlosigkeit vergessen, und die starke, kämpferische Lydia kann sich nicht abfinden mit Kurts Resignation. Am Ende des Sommers ist der Zauber verloren, die Realität hat die Liebenden wieder eingeholt, und der Weg Tucholskys in den Freitod, den er 1935 im schwedischen Exil wählen wird, ist schon hier vorgezeichnet.
Xavier Koller nähert sich dem Roman und seinem Autor mit der gleichen Genauigkeit. Die Kostüme, die Requisiten, die Schauplätze, alles beschwört ein authentisches Bild der frühen 30er-Jahre herauf. Die Musik der Klezmer-Gruppe Kol Simcha und die von Jasmin Tabatabai gesungenen Gedichte Tucholskys erzählen unaufdringlich von der einzigartigen urbanen Kultur des Berlins der Weimarer Republik, die blindwütig zerstört wurde von den Nazis. Doch das eigentliche Herz des Films sind seine Darsteller. Ulrich Noethen zeichnet ein beeindruckendes Porträt eines Künstlers und Intellektuellen, der an der Welt, aber letztlich auch an sich selbst scheitert. Er ist nicht stark genug, um seinen Kampf zu gewinnen, aber doch zu stark für ein Leben jenseits seiner moralischen und politischen Vorstellungen. Und Heike Makatsch ist als Lydia wirklich eine Prinzessin. Ihr Lächeln und ihre Unbeschwertheit sind einfach bezaubernd, aber nur eine Fassette einer faszinierenden und überaus komplexen Figur. Heike Makatsch gelingt es zugleich naiv und pragmatisch, verträumt und stark zu sein. --Sascha Westphal
Video Jakob Kurzinhalt
Berlin 1932. Lebenshunger, keine Tabus und die Gier nach Vergnügen beherrschen die Stadt. In der dekadenten Welt des Kabaretts ist der Schriftsteller und Journalist Kurt Tucholsky ein Star. Keiner schreibt so scharfzüngige und frivole Texte wie er. Doch das tausendjährige Reich rückt immer näher und mit seinen Artikeln kommt Kurt den braunen Behörden mehr und mehr in die Quere. Kurzerhand vertauscht er deshalb das ausschweifende Berliner Leben mit seinem Urlaubsidyll auf Schloss Gripsholm. Zusammen mit seiner Freundin und Muse Lydia genießt er das paradiesische Exil in Schweden. Als die laszive Variete-Sängerin Billie und Kurts Freund, der Flieger Karlchen, die beiden besuchen, beginnt ein Sommer voller Liebe und erotischer Überraschungen.
VideoMarkt
1932 macht sich der Satiriker Kurt Tucholsky auf den Weg nach Schweden, wo er den Urlaub zum Schreiben einer leichten Sommergeschichte nutzen will. Dabei wird er von seiner lebenslustigen Muse Lydia begleitet. Doch an Arbeit ist zunächst nicht zu denken. Das liegt erstens an der rechtsradikalen Stimmung, die sich in Deutschland allmählich breit macht und Kurt aufs Äußerste beunruhigt, und zweitens an dem unerwarteten Besuch von Lydias Freundin, der verruchten Varieté-Künstlerin Billie, die für jede Menge Zerstreuung sorgt...
Video.de
Authentisches und Fiktives vermengt Oscar-Preisträger Xavier Koller ("Reise der Hoffnung") in seiner Hommage an den Schriftsteller Kurt Tucholsky. Für seine Dreiecksgeschichte nutzte der Regisseur Passagen aus dessen Roman "Schloss Gripsholm" sowie Elemente aus der Biografie des spitzzüngigen Berliners. In den Hauptrollen überzeugen neben Ulrich Noethen Heike Makatsch als Muse und Jasmin Tabatabai als Sängerin. Dank pointierter Dialoge und einer kräftigen Portion Erotik nicht nur für Liebhaber deutscher Historie interessant.
Blickpunkt: Film
Eigentlich wollten der Schriftsteller Kurt und seine Muse Lydia auf Schloss Gripsholm entspannen, doch der Urlaub wird durch die politische Entwicklung in der Heimat getrübt. Xavier Kollers Hommage an Kurt Tucholsky.
Blickpunkt: Film Kurzinfo
Liebesfilm nach Motiven von Kurt Tucholskys "Schloss Gripsholm", unterhaltsam vermischt mit seiner Biografie und fiktiven Elementen.
Kurzbeschreibung
Berlin 1932. Lebenshunger, keine Tabus und die Gier nach Vergnügen beherrschen die Stadt. In der dekadenten Welt des Kabaretts ist der Schriftsteller und Journalist Kurt Tucholsky ein Star. Keiner schreibt so scharfzüngige und frivole Texte wie er. Doch das tausendjährige Reich rückt immer näher und mit seinen Artikeln kommt Kurt den braunen Behörden mehr und mehr in die Quere. Kurzerhand vertauscht er deshalb das ausschweifende Berliner Leben mit seinem Urlaubsidyll auf Schloss Gripsholm. Zusammen mit seiner Freundin und Muse Lydia genießt er das paradiesische Exil in Schweden. Als die laszive Variete-Sängerin Billie und Kurts Freund, der Flieger Karlchen, die beiden besuchen, beginnt ein Sommer voller Liebe und erotischer Überraschungen.
moviemaster.de, 16. November 2003
Szenen aus Tucholskys Leben werden hier mit Motiven aus seinem Roman "Schloß Gripsholm" verwoben - so geschickt, dass der Zuschauer den Unterschied gar nicht merkt. Heraus kommt ein spannender und sehr emotionaler Film, dem man gebannt bis zur letzten Minute folgt - und mit dem Heike Makatsch einmal mehr beweist, dass sie sich vom "VIVA-Girl" zur ernstzunehmenden Schauspielerin gewandelt hat; immerhin kann sie hier neben einem exzellenten Ulrich Noethen bestehen ...
dvdcheck.de, 27. Juni 2001
"Gripsholm" ist ein deutscher Film. Und das merkt man dem Werk auch wirklich an, wobei das an dieser Stelle nicht als negative Kritik aufgefasst werden soll, denn eher als Lob. Er erzählt eine interessante Geschichte vor einem interessanten Hintergrund, denn der Film entstand nicht nur nach Motiven des Romans Schloß Gripsholm" von Tucholsky, sondern portraitiert gewissermaßen auch das Leben und Ende des berühmten Publizisten. Die Filmemacher, und dabei wohl insbesondere der Regisseur Xavier Koller, legten viel Wert auf gute, nicht so aufdringliche Filmmusik und schöne Aufnahmen.
Produktbeschreibungen
1932. Lebenshunger, Tabulosigkeit und die Gier nach Vergnügen beherrschen die Stadt. In der dekadenten Welt des Kabaretts ist der Schriftsteller Kurt Tucholsky ein Star. Keiner schreibt so scharfzüngig und frivol wie er. Und Angst vor der Obrigkeit hat der Mann mit der scharfen Zunge auch nicht.
Allderdings wünscht sich sein Verleger, dass Kurt einfach eine nette, leichte Sommerromanze schreibt. Etwas, womit sich Geld verdienen lässt. Als der Autor zu seinem Urlaubsidyll in das schwedische Schlösschen Gripsholm aufbricht, sehen die Bedingungen dafür auch ideal aus.
Die Muse, die ihn küssen soll, hat der Autor in Person seiner hinreißenden Freundin Lydia gleich mitgebracht. Der Besuch von Kurts Freund, dem leidenschaftlichen Piloten Karlchen, und Lydias Freundin, der lasziven Varieté-Sängerin Billie, sorgt für erotische Überraschungen...
Aber die politischen Veränderungen in Deutschland werfen ihre erste Schatten auf das sonnige Urlaubsglück.
Oscar-Preisträger Xavier Kokller zaubert mit Starbesetzung eine aufwändige Adaption frei nach Tucholskys Roman