Nach Grinderman 2007 hat mich die Frage nach einer Fortsetzung eigentlich wenig beschäftigt. Nun taucht 3 Jahre später doch noch Grinderman 2 aus den dunklen Untiefen des Cave'schen Oevres auf.
Konsequent wird das Konzept des Vorgängers fortgesetzt. Aber es gibt doch ein paar Dämonen mehr, die durch Grinderman 2 geistern. Es beginnt wie der erste Teil. Mickey Mouse And The Goodbye Man und Worm Tamer liefern die brachialen Noise-Rock-Songs, auf die man vorbereitet ist, ab. Heathen Child verbreitet Unbehaglichkeit und geht mir echt unter die Haut.
When My Baby Comes beginnt ungewohnt leise, verwandelt sich dann aber mit hektischen Streichereinsätzen und dröhnendem Bass in ein bedrohliches Song-Monster. What I Know fängt dann so ähnlich an, bleibt aber dann seiner ruhigen Stimmung treu. Brachial reisst uns Evil aus den Gedanken und Kitchenette wird vom eigenen Gitarrensound und Caves schrägem Gesang gnadenlos zerlegt.
Es folgt noch ein weiterer Stilbruch mit Palaces of Montezuma. Selbst dessen harmonische Harmlosigkeit verbreitet auf so einer CD eine ungemütliche, trügerische Ruhe vor dem Sturm. Und das Gefühl täuscht nicht: der Bellringer Blues liefert den lärmenden Abspann zu Grinderman 2, der bedrohlich rumpelt und poltert.
Beide Grinderman Alben unterscheiden sich nicht grundlegend. Und auch wenn Nick Cave und seine Mitstreiter weitgehend auf durchdachte Arrangements und oder gar sowas wie Melodien verzichten, entwickelt dieses Projekt doch einen seltsamen Glanz. Große Bedeutung hat das alles sicher nicht - aber es macht echt Spass.
Im Package der Limited Edition gibt es ein fettes Booklet mit fiesen Zeichnungen und den Lyrics von Nick Cave. Dazu ein verrücktes Poster, das die Band im römischen Gladiatoren-Outfit zeigt, mit einer bizarren, handschriftlichen Widmung an die Fans.