Die äußerlichen Ähnlichkeiten zu den echten Oreos sind nicht zu bestreiten. Da haben die Produktentwickler wirklich ganze Arbeit geleistet.
Nach dieser kosmetischen Kopie war das von Griesson vorgegebene Budget jedoch offensichtlich aufgebraucht, weswegen die Entwicklung der geschmacklichen Komponente nicht mehr bezahlt werden konnte. Ab sofort hieß es für das Team unbezahlte Überstunden zu schieben und nach der anfänglichen, unmotivierten Panscherei war nach einem kurzen Plausch an der firmeneigenen Kaffeemaschine schon nach kurzer Zeit ein breites, sadistisches Grinsen auf den Gesichtern der Mitarbeiter zu verzeichnen. Die Idee war augenscheinlich, dem Kunden, der nach der guten äußerlichen Produktkopie des Originals in freudiger Erwartung eines geschmacklichen Orgasmuses erregt die Packung aufreißt, einen barschen Coitus Interruptus zu bescheren. Er sollte für die unbezahlten Überstunden büßen.
In meinem Fall hat dieses Prinzip wunderbar funktioniert, seitdem ich die ersten fünf Kekse mit Müh und Not heruntergewürgt habe, liegen die restlichen vier Packungen á fünf Kekse ungeöffnet auf meinem Schreibtisch, in der Hoffnung, dass sie - wie bei einem guten Wein - nach vier bis fünf Jahren ein feineres Aroma entfalten.
Da ich zum Zeitpunkt des Verzehrs keinen Zugang zu Milch hatte, war mir der "Extragenuss", der sich laut Packung beim Eintunken in Milch ergibt, leider verwehrt geblieben. Dementsprechend kann ich leider nicht garantieren, dass dieses Produkt nicht vielleicht doch noch beim Eintauchen in Milch seine geschmacklichen Superkräfte entfalten kann und den wohlbekannten Oreogasmus hervorruft.
Letztes Jahr habe ich in Spanien Urlaub gemacht und kenne daher auch andere Produktnachahmungen der Oreo-Kekse aus diversen Supermärkten dort. Und die waren ausnahmslos geschmacklich sowie preislich besser. Ich hoffe, da können die deutschen Supermärkte auch noch nachbessern.