Krankenhausserien sind immer ein Kapitel für sich und meist schwerverdaulich und blutig und eklig. Diese hier ist da keine Ausnahme, was den Punkt angeht, allerdings schafft sie es durch viel schwarzen Humor den Zuschauer zu infizieren. Fünf Assistenzärzte (Meredith Grey - Ellen Pompeo, Cristina Yang - Sandra Oh, Izzie Stevens - Katherine Heigl, George O'Malley - T.R. Knight und Alex Karev - Justin Chambers) haben sich verschrieben ihre nächsten sieben Jahren im Seattle Grace Hospital zu verbringen, um richtig gute Chirurgen zu werden. Jeder der fünf bedient natürlich einen ganz bestimmten Menschentyp. Hinzukommen der Chef des Krankenhauses (James Pickens Jr.), zwei verdammt gut aussehende Super-Chirurgen (Patrick Dempsey und Isaiah Washington) und Chandra Wilson als Dr. Miranda Bailey mit dem Spitzennamen "the nazi". Alles baut auf das One-Night-Stand zwischen Meredith und Dr.McDreamy Derek Shepherd auf. Beide wissen noch nicht, dass sie im selben Krankenhaus angestellt sind und somit als Vorgesetzter und Angestellter miteinander agieren sollen. Der Erkenntnis versetzt beiden einen Schlag und leitet damit den typischen Weg der Liebe frei nach dem Motto "Er liebt mich - er liebt mich nicht" ein. Auch alle anderen Charaktere sehen sich ständig mit neuen Konflikten konfrontiert, die sie begreifen und lösen müssen. Die Herangehensweise und Lösung ist dabei aufgrund der Verschiedenheit der Charaktere jedes Mal aufs neue spannend und meist auch sehr herzerwärmend. Und mit einer ordentlichen Portion Sarkasmus und Zynismus hat noch nie jemand falsch gelegen.
Shonda Rhimes ist es gelungen eine Serie zu schaffen, die durch medizinisches Wissen glänzt und doch durch die Normalität der Charaktere nie abhebt. Das Casting der Hauptfiguren ist der andere geniale Schachzug. Wie hat Shonda Rimes sich ausgedrückt? Es wurde für jede Figur nach der perfekten Besetzung gesucht und auch so lange gesucht bis sie gefunden wurde. Die Balance zwischen den Charakteren und der hohe Grad der Identifizierung zu einem selber, macht es leicht sofort mit allen Figuren warm zu werden. Hinzukommen die hohen schauspielerischen Fähigkeiten der Hauptfiguren (Sandra Oh ist hier hervorzuheben, die dieses Jahr bereits für ihre Rolle als Cristina Yang mit dem Golden Globe ausgezeichnet worden ist). Und das beste von allem - es sticht niemand hervor, der es beim Publikum besonders einfach bzw. besonders schwer hat. Vielen Dank, Shonda Rhimes.
Fazit: Die Mischung zwischen nötigem Ernst, Humor und Soapelementen ist in perfekter Balance.