Aus der Amazon.de-Redaktion
Die zweite Staffel dieser Krankenhausserie könnte man als "bipolar" diagnostizieren in anderen Worten: sie wurde viel besser und zugleich viel schlechter. Die weinerliche, selbstbezogene Praktikantin der Chirurgie Meredith Grey (Ellen Pompeo), die eindeutig die Schwachstelle in der ansonsten sympathischen Darstellerriege darstellt, ging dem Zuschauer schon vorher auf die Nerven. Aber in Staffel zwei, in der Meredith mit der Zurückweisung durch ihren verheirateten McDreamy (alias Nervenarzt Derek, alias Patrick Dempsey) fertig zu werden versuchte, indem sie sich betrank, mit diversen Männern schlief, einen traurigen Hundeblick aufsetzte und unverzeihlich! ihrem Verehrer/Freund George (der knuffige T.R. Knight) das Herz brach, hatte man es fast geschafft, die Zuschauer endgültig zu entfremden. (Ehrlich, manchmal will man die Kleine einfach nur durchschütteln und sie mit ein paar Keksen füttern.) Doch glücklicherweise wurde das, was den Handlungsstrang um Meredith beinahe entgleisen ließ, durch einige emotionale Episoden zusammengehalten, wie zum Beispiel "Zugunglück", in der zwei Fremde auf eine Metallstange aufgespießt sind und "Fünflinge", die sich um eine Mutter und ihre schwer kranken Fünflinge dreht. Aber die herausragendste Folge, die
Greys Anatomy zu einer wirklich mächtigen Fernsehserie machte, war jene Episode, die in den U.S.A. im Januar 2006 nach dem Super Bowl ausgestrahlt wurde: ein Zweiteiler, in dem es um eine scharfe Bombe geht, die sich im Innern eines der Patienten befindet und welche dazu führt, dass das Krankenhaus evakuiert werden muss. Romanzen spielen bei dem Team des "Seattle Grace" nach wie vor eine Rolle: die eiserne Cristina (Golden-Globe-Gewinnerin Sandra Oh) zeigt (zu ihrem eigenen Unbehagen)sanftere Seiten, als ihre Beziehung zu Dr. Burke (Isaiah Washington) ernsthaftere Züge annimmt und Izzie (Katherine Heigl) kommt mit Alex (Justin Chambers, der "Bösewicht" in der Serie, wenn man sich einen aussuchen soll) zusammen und trennt sich wieder von ihm, bis sie sich in den netten, charmanten Herzpatienten Denny (Jeffrey Dean Morgan) verliebt. Derek und seine von ihm entfremdete Frau Addison (Kate Walsh, die es irgendwie geschafft hat, die Meredith/McDreamy-Fans auf ihre Seite zu bringen, obwohl sie die "andere Frau" ist) starten einige Versuche, ihre Ehe zu retten, und Dr. Bailey (Chandra Wilson, die wirklich herausragend spielt) versucht, ihre Mutterschaft und die medizinische Karriere unter einen Hut zu bringen. Sogar George findet einen neue Liebe in der orthopädischen Chirurgin Callie (Sara Ramirez). Die Staffel endet mit einem arg traurigen Zweiteiler, der während einer Schulabschlussfeier im Krankenhaus spielt (das ist alles recht kompliziert). Aber dank der schicken Klamotten, Tränen und romantischen Spannungen, die für Meredith und Derek zu einem Scheideweg führen, dürften die Episoden eine wahre Freude für jeden Fan von
Greys Anatomy darstellen. Die Serie verlässt sich auch nach wie vor sehr auf die Hintergrundstimme (was nicht allzu toll ist) sowie den Soundtrack (das ist widerum toll) von Bands und Musikern, die zu der Zeit kurz vor ihrem Durchbruch standen (KT Tunstall, Brando Carlisle, Snow Patrol).
--Ellen A. Kim
Movieman.de
Schon die erste Staffel belegte, dass dies eine etwas andere Krankenhausserie ist. Im Mittelpunkt stehen junge Chirurgen, doch es geht nicht nur um mitunter sehr eigenartige Operationen, die sie vornehmen müssen, sondern auch um ihr Privatleben, ihre Beziehungen untereinander und ihre Liebschaften. Das klingt nach Frauenprogramm, ist es aber nicht, denn "Grey's Anatomy" spricht nicht nur Frauen an, sondern kann mit seinem gut zusammengewürfelten Ensemble auch beim männlichen Publikum punkten. Die Serie verfällt nur selten in den Bereich des Melodramas, sondern wirkt in der Regel sehr realistisch und natürlich. Das Ende der Staffel ist jedoch ein wirklich harter Tränendrücker. Fazit: Eine der derzeit besten Fernsehserien!
Moviemans Kommentar zur DVD: Technisch eine sehr tolle Box mit hohen Werten bei Bild und Ton. Das Bonusmaterial ist umfangreich und hat auch einen hohen Spaßfaktor, wie man schon an der dramatischen Wende in der Jimmy-Kimmel-Show sehen kann.
Bild: Die Qualität dieser Fernsehserie ist sehr hoch. Das anamorphe Bild hat einen starken, sehr realistischen Kontrast zu bieten und wartet mit klaren, in sich stimmigen Farben auf. Im Krankenhaus dominieren kühle Farben wie Blau, was sich natürlich schon der Uniformen wegen ergiebt. Rauschen ist minimal vorhanden, die Kompression leistet sich kaum Ausreißer. Die einzigen Elemente der Serie, die wirklich schlechter abschneiden, sind Archivaufnahmen von Seattle, die dann auch stärkere Pixelierung und Unschärfe aufweisen. Doch diese kurzen Inserts stören nicht wirklich.
Ton: Der Sound dieser Serie ist wirklich toll. In der Regel sind die Geschichten ja eher leise und ruhig, aber es gibt schon auch Momente, in denen nicht nur die Musik anschwillt und alle Kanäle nutzt, sondern auch actionlastigere Sequenzen, in denen dann die Effekte gut wiedergegeben werden und auch der Subwoofer zum Einsatz gebracht wird. Die Dynamik ist sehr gut, die Dialoge sind frontal eher zentriert. Unterschiede beider Sprachfassungen finden sich nur dadurch, dass im Deutschen öfters mal Verzerrungen bei scharfen Lauten wahrzunehmen sind. Alles in allem eine akustisch tolle Leistung für eine Fernsehserie.
Extras: Das Bonusmaterial ist umfang- und aufschlussreich. Es gibt zwei Audiokommentare, bei denen die Serienerfinderin Shondra Rhimes auch auf die technische Seite eingeht, wie schwierig es ist, manche Folge zu produzieren. Dazu gibt es eine kurze, aber nette Featurette zur Explosion, die in einer der ersten Folgen dieser Box zu sehen ist. Es gibt gut 30 Minuten an entfallenen Szenen zu zehn verschiedenen Episoden. Dies sind Szenen, die 16 Sekunden oder auch zwei Minuten Laufzeit haben können und nicht wirklich essenziell sind, dem Fan aber Spaß machen. Amüsant ist die Jimmy-Kimmel-Show, in der zuerst Katherine Heigl zu Gast ist und der Moderator später von einer Schlange gebissen wird, woraufhin man ihn in ein Krankenhaus bringt, das uns allen nur zu gut bekannt ist. --movieman.de
Blickpunkt: Film
Ein Team junger Ärzte muss die täglichen Dramen in der Chirurgie eines US-Krankenhauses bewältigen. Populäre und preisgekrönte Mediziner-Fernsehserie, die auch als (Kauf-)DVD immer wieder Erfolge feiern konnte.
Kurzbeschreibung
Im amerikanischen Privatleben von Izzie und Alex stehen die Chancen auf Heilung nicht gerade gut. Gerade dann tritt der herzkranke Denny Duquette wieder in Izzies Leben. Schlimmer ist es allerdings bei Meredith, die noch immer mit den Folgen der Affäre mit Derek zu kämpfen hat; das bekommt nun auch George zu spüren. Die medizinischen Fälle lassen jedoch keine Zeit, den Kopf hängen zu lassen: Der "Code Black" wird verhängt, da ein Patient eine scharfe Handgranate im Brustkorb hat. Es ist nun an Dr. Burke, nicht nur das Leben des Patienten zu retten. Bei Dr. Bailey ist inzwischen der Nachwuchs angekommen, doch sie schafft es nicht, dem Krankenhaus fernzubleiben und macht allen klar, wer das Sagen hat. Und in das Beziehungsdreieck von Addison, Dr. McDreamy und Meredith mischt sich eine neue Person, die gerade für Addison eine besondere Bedeutung hat...
Episoden:
DVD 1:
15 Streik
16 Code Black
17 Der letzte Tag
18 Monster
DVD 2:
19 Karma
20 Ein Pflaster für jede Wunde
21 Aberglaube
22 Spielregeln
DVD 3:
23 Opferbereitschaft
24 Totalschaden
25 17 Sekunden
26 Kampf oder Flucht
DVD 4:
27 Der Tod und das Mädchen