Die vorliegende Staffe pendelt m.E. zwischen Perfektion und Penetranz.
Perfektion in soweit, dass es immer noch gelingt - leider deutlich seltener als zuvor - berührende Geschichten zu erzählen, und überwiegend interessante Charaktere zu zeichnen. Darüber hinaus befinden sich Bild- und Tonqualitiät wie Musikauswahl auf dem gewohnt hohen Niveau.
Leider vermag der Inhalt nicht mit der technischen Qualität mitzuhalten. Zu oft werden mittlerweile Versatzstücke aus früheren Episoden recyclet, so dass mitunter Langeweile aufkommt. Die größte unzulänglichkeit dieser Staffel ist jedoch, dass sie es in weiten Teilen nicht wie gewohnt schafft, eine emotionale Bindung des Zuschauers zu den Protagonisten aufzubauen. Insbesondere die Namensgeberin der Serie hat sich zu einer Egomanin gewandelt, die pausenlos nur über sich und ihr banales (Liebes-) Leid refelektiert, während um sie herum in ihrem beruflichen Umfeld die Menschen "sterben wie die Fliegen" oder dahinsichen; zutiefst unsympatisch! Geradezu penetrant mutet in diesem Zusammenhang der dem Zuschauer in epischer Breite und sich ständig wiederholendem Muster angebote Derek-und-Meredith-Liebelei an. Mitunter mehrmals wechseln sich innerhalb einer Folge die Erkärung ewiger Liebe und endgültiger Trennung ab. In dieser Häufigkeit und Halbwertzeit kann das kein Zuschauer mehr ernst nehmen, kann sich in den nächsten 3 min sowieso alles wieder grundlegend umkehren. So lehnt man sich bei den ewig immer gleichen Derek-und-Meredith-Szenen zurück und hofft, dass der Schmerz der Impertinenz schnell vergeht. Ohne diese enervierenden Episoden wären es solide drei Sterne geworden, wenn auch das Preis-Leistungsverhältnis übel aufstößt. So aber schrammt die Staffel 4.2 nur ganz knapp am Ein-Stern-Debakel vorbei.