Das erste Kompliment bezieht sich darauf, wie schwer es einem diese CD macht, sie zu kaufen. Ohne Übertreibung lässt sich sagen, dass die Covergestaltung zum Schlimmsten zählt, das jemals den Weg ins Plattenregal geschafft hat. Das Auf-die-Spitze-Treiben dieser ästhetischen Körperverletzung ist allerdings von so wunderbarer Konsequenz, dass sie schon wieder ironischer Ausdruck der künstlerischen Unabhängigkeit ist. Kompliment!
Das zweite Kompliment bezieht sich, natürlich, auf die Musik. Nur wenige Platten haben es geschafft, mich beim ersten Hören dermaßen zu fesseln - vielleicht Antony Hegarty, Vic Chesnut, einiges von Sigur Ros, Burial. Eine "tour de farce" und "tour de force" der Extraklasse, welche man, soviel Vorurteil darf sein, nicht unbedingt von Amerikanern erwarten müsste - hier ist der Pariser Eindruck aus dem Lebenslauf der Schwestern deutlich spürbar. Ganz einzigartige Klangkulissen, welche Electro, Folk, Oper und sogar etwas Pop vereinen, verschmelzen zu teils skurrilen Arragements, die aber immer, sowohl in den ruhigen wie den schnelleren Passagen, eingängig sind. Gerade dieser Verzicht auf pseudo-intellektuelle Unzugänglichkeit und das Bekenntnis zu schönen Harmonien ist ein großer Verdienst, denn er macht das Album stets hörbar. Kompliment!
Das dritte Kompliment bezieht sich auf die Produktion. Was hier auf einer guten Anlage aus den Boxen kommt, ist von analytischer Genauigkeit und einer Hyper-Natürlichkeit, wie sie sonst die Produktionen von Damien Rice auszeichnet. Da sitzt jeder Ton und der Druck ist selbst bei leisen Lautstärken hervorragend, großer Hörgenuss, Kompliment!
Alles in allem ein Alben für Kopf, Herz und Bauch gleichermaßen. Strong buy.