Fontane schreibt auch diese Geschichte in seinem gewohnten Sprachstil. Opulente Sprachbilder, lyrische Beschreibungen, ausschweifende Sätze. Das ist nicht jedermans Geschmack und auch manchmal schwer zu lesen. In diesem Buch jedoch ist seine Sprache weitaus besser zu lesen als in manch anderen Geschichten von ihm.
Fontane erzählt in 'Grete Minde' von einer Frau welche durch unglückliche Lebensumstände zu unglücklichen Handlungen getrieben wird.
Die Geschichte basiert auf tatsächlichen Geschehnissen und ist super spannend aufgearbeitet.
Gelegentlich ärgert sich die moderne Frau ob der Tumbheit von Grete, aber naja, es waren damals halt andere Zeiten. Dieser Zwiespalt zwischen heutiger, emanzipierter Denke und mittelalterlicher Moral macht die Geschichte zusätzlich reizvoll, weil man Grete gleichzeitig hassen und lieben kann.
Der Spannungsbogen entwickelt sich dieser Geschichte wesentlich schneller als z.B. bei 'Unterm Birnbaum' und wird fast konstant über die kurze Geschichte aufrecht erhalten. Viele Anspielungen zum mittelalterlichen Denken geben Einblick in die Lebensart von damals. Es gibt dazu hilfreiche Erläuterungen am Buchende.