BARRY PARIS GARBO ist die einzige lesenswerte Biografie über die größte Film-Diva des 20ten Jahrhunderts.
Er gibt sich weder Gerüchten noch Spekulationen hin, sondern hält sich nur an die Fakten, die er aus erster und zweiter Hand über GG sammeln konnte.
Auch vermisst man hier die spektakulären Berichte über die Dreharbeiten zu den großen Garbo-Filmen. Der Produktionsprozess wird zwar erläutert und viele Hintergründe werden genannt, aber die Beschreibungen sind nicht halb so bunt wie zB in "MEINE MUTTER MARLENE".
Zuletzt ist es Barry Paris gelungen, die letzte Lebenshälfte von GG zu rekonstruieren. Das war die Zeit, die sie fernab der Öffentlichkeit meistens mit sich allein und wenigen Bekannten und Freunden verbracht hat.
Zu diesen Leuten gehören Winston Churchill, Präsident Kennedy und seine Frau Jackie O., die Familie Rothschild, ja sogar Onassis selbst sass oft mit GG an einem Tisch und lud sie auf seine Yacht ein.
Als der schwedische König Ende der 80er Jahre sie in ihre Heimat einlud, um ihr eine Ehrenmedaille zu verleihen, lehnte sie dankend ab.
Als Belohnung besuchten Karl Gustav und Sylvia sie in ihrer New Yorker Wohnung, um dort die feierliche Übergabe zu zelebrieren...........
Weiter erfahren wir etwas über GGs vermeintliche Spionagetätigkeit während des 2ten Weltkriegs, die Briefe, die Adolf Hitler an sie geschrieben hat und wie sie dem N@zitreiben am liebsten ein Ende gemacht hätte.....
Wir erfahren auch, welche Lügen das Studio MGM bewusst gestreut hat, um seinen größten, aber rebellischsten Star ein wenig zu zügeln, und wie sie als Twen ihre Interessen und die ihrer Partner gegenüber den mächtigsten Filmbossen konsequent durchgesetzt hat.
Garbo hatte nie etwas mit dem Hollywoodkitsch am Hut. Sie mied den Rummel und lebte ein bescheidenes, bodenständiges Leben.
Da sie ihr Geld nur für wenig Luxus ausgab, konnte sie sich auf einem großen finanziellen Polster ausruhen und war nicht darauf angewiesen, wie andere Stars, denen irgendwann das Geld ausging, sich in den Medien und vor Paparazzi zu "prostituieren".
1925 kam sie mit 20 Jahren aus Schweder über Berlin ( wo sie für die UFA einen Film drehte ) nach Hollywood, wurde zum ersten und größten Sexsymbol der Filmgeschichte und war das beneidete aber oft kopierte Vorbild aller anderen weiblichen Stars.
Innerhalb von wenigen Jahren wurde sie die bestbezahlte Schauspielerin ihrer Zeit, erzwang sich Mitspracherechte für ihre Filme, gab weder Interviews noch trat sie im Radio oder bei Premieren auf und drehte mit 36 Jahren im Jahr 1941 ihren letzten Film.
Ein großes Comeback scheiterte 1949, und die Probeaufnahmen dazu sind die letzten offiziellen Filmaufnahmen der Garbo, die erst nach ihrem Tod wiederentdeckt wurden.
Der Rest ist Legende.
5 Sterne :-)