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Grenzwertig: Aus dem Leben eines Dopingdealers
 
 
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Grenzwertig: Aus dem Leben eines Dopingdealers [Gebundene Ausgabe]

Stefan Matschiner , Manfred Behr
4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 248 Seiten
  • Verlag: Riva (20. Januar 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3868831320
  • ISBN-13: 978-3868831320
  • Größe und/oder Gewicht: 22,2 x 14 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 144.086 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Stefan Matschiner
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Von Januar 2004 bis zu seiner Verhaftung im April 2009 organisierte der österreichische Sportmanager Stefan Matschiner für rund 50 internationale Athleten Dopingmittel zur Leistungssteigerung. Sein "Repertoire" umfasste Testosteron, Designer-Steroide, Wachstumshormon, Insulin, Adrenalin, EPO-Produkte jedweder Art und alle Formen des Blutdopings. Letzteres beherrschte er durch die Anschaffung und Nutzung hochkomplexer Blutzentrifugen bis zur Perfektion. Die "Spinne im Netz", wie Matschiner von deutschen Medien gerne bezeichnet wird, zählte damit zu den bedeutendsten Hintermännern der Dopingszene im Leistungssport.

Offen und ehrlich beschreibt Matschiner in seiner Autobiografie, wie er nach und nach in die Dopingkriminalität hineingeriet, und zeichnet ein schonungsloses Bild der Parallelgesellschaft Leistungssport, in welcher der Betrug am anderen und der Selbstbetrug die Regel und in der die Lüge ständiger Begleiter ist.

Nie zuvor hat ein Buch derart tiefe Einblicke in die erschütternde Realität des Dopingmissbrauchs im Spitzensport gewährt.

Über den Autor

Der frühere Mittelstreckenläufer und Sportmanager Stefan Matschiner, 34, gestand 2009, zahlreiche Sportler, darunter den österreichischen Radprofi Bernhard Kohl sowie die Triathletin Lisa Hütthaler, mit verbotenen Substanzen wie EPO und Wachstumshormonen versorgt zu haben. Er gilt als Schlüsselfigur im österreichischen Dopingskandal und saß mehrere Monate in Untersuchungshaft. Der Prozess gegen ihn fand im Herbst 2010 in Wien statt. Matschiner wurde schuldig gesprochen.

Manfred Behr ist Sportjournalist und seit 2006 als Chefredakteur der österreichischen Sport Woche tätig. Seit 1998 schreibt er über Doping, etwa über die Prozesse gegen Protagonisten des DDR-Staatssports.


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13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Lars Schenkenberg TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Das wird sicher ein Aufsehen erregendes Sport- und Skandalbuch über die Schattenseiten des Sports. Vollgestopft bis zum Anschlag mit Unglaublichkeiten, die sich um das Thema Doping ranken, hat mich jede einzelne Seite des Buchs immer wieder überrascht, erschreckt und fasziniert. In allen nur denkbaren Einzelheiten wird die ganze Wahrheit um das Doping im Hochleistungssport packend in Szene gesetzt. Die Energie, mit der hier hinter der vordergründigen Hochglanzwelt eines sauberen Sports agiert wird, ist schon mehr als unglaublich. Auch wenn man immer wieder in Zeitungen von diesen Dingen lesen muss. Zwar wissen wir inzwischen gerade aus den Skandalen rund um den Radsport, dass es schwarze Schafe gibt, aber wahrscheinlich kaum jemand ahnt, wie es um den Sport wirklich bestellt ist. Jetzt packt also ein ehemaliger österreichischer Sportmanager aus und erzählt von seiner Beteiligung am Drogennetz und einer Welt aus Epo, Designersteroiden und leistungssteigernden Hormoncocktails. Ich finde das sehr lesenswert.
Die Erlebnisse, die der ehemalige Sportler (selbst früher Mittelstreckenläufer) hier berichtet und den Sportjournalisten Manfred Behr aufschreiben ließ, sind mehr als bemerkenswerte Anekdoten. Das Buch liest sich wie ein Sportkrimi. Es handelt von Drogenrazzien, actionreichen Versteckspielen, Drogen in Kühlboxen und Geheimverstecken, geheimen Seilschaften, dubiosen Geschäften mit aufgemotztem Blut.

Neben der logistischen Planung und dem Aufbau eines ganzen betriebsmäßig aufgebauten Drogennetzwerk hat mich auch die realistische Beschreibung der Formen des Dopings (v.a. das Blutdoping selbst) erschreckt und fasziniert zugleich. Es ist kaum zu glauben, was sich Menschen im Zeichen des Erfolgs antun, wie sehr sie bereit sind an Abgründe zu gehen. Skandalös fand ich auch, zu lesen, wer wie an diesem System aus welchen Beweggründen beteiligt ist. Sind Sportler von heute tatsächlich alles chemisch hochgezüchtete Kampfmaschinen in einem riesigen System aus Täuschung, (Selbst)Lüge und Betrug? Fast mag man es nach der Lektüre dieses Buchs glauben. Und vielleicht hat Matschinger ja wirklich Recht, wenn er behauptet, es gäbe im internationalen Leistungssport nicht nur einige schwarze Schafe, sondern man dürfe vermuten, es sei wahrscheinlich umgekehrt und es gebe wahrscheinlich erschreckender Weise lediglich ein paar weiße Schäfchen in einer riesigen schwarzen Herde?! Wenn man liest, mit welchen Mitteln Menschen ihre Körper manipulieren, um ihre Leistung zu optimieren und ihre Gewinnchancen zu erhöhen, wenn man liest, welche Machenschaften von Funktionären, Sportmedizinern, Medien und der Gesellschaft selbst gedeckt und aktiv oder passiv unterstützt werden, wird man (wurde ich jedenfalls!) schon nachdenklich! Wie steht es denn tatsächlich mit dem abgedroschenen Spruch, der Sport sei ein Spiegelbild unserer Gesellschaft?
Wenn man weiß, dass Herr Matschiner alle möglichen Sportler aus insgesamt 13 Nationen und innerhalb aller Sportarten 'betreut' hat, kann man sich denken, welche Tragweiter diese Bekenntnisse auch über Österreich hinaus haben dürften. Wenn ein Radsportgott wie der Gesamtdritte und Gewinner des Bergtrokots der Tour de France und damit ein Held des österreichischen Radsports Bernhard Kohl entlarvt wurde, wer mag wohl noch alles mit Mitteln aus dem Zauberkasten von Stefan Matschiner seine Leisungsfähigkeit unterstützt haben? Matschiner nennt keine Namen. Warum? Er selbst sagt, er wolle verhindern, dass wir alle nach der Nennung von Namen denken, damit sei alles erledigt, mehr gebe es wohl nicht, this was it - obwohl doch noch viel mehr (eigentlich fast jeder) aus der Leistungssportbranche längst im Drogensumpf stecken?! Ragt hier also nur eine kleine Spitze eines riesigen Eisbergs aus einem Dopingmeer???

Ich sag nur: Skandalös, packend, unglaublich. Meine Kapitel-Favoriten: 1. Eine italienische Reise (Teil 1 und 2) 2. Das Spiel mit dem Feuer und 3. Der Fall ins Bodenlose.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
fesselnde Geschichte 26. Januar 2011
Format:Gebundene Ausgabe
Stefan Matschiner bzw. Manfred Behr beschreiben absolut fesselnd die Geschichte eines sportlichen Beraters, der im System Hochleistungssport am Rande der Kriminalität seine Erfahrungen vor allem mit Doping erlebt. Der Leser fiebert mit, als Sportler ist man ebenso abgeschreckt wie unangenehm fasziniert und stets schwingt die Hoffnung nach Erkenntnis und Reue für Matschiner mit. Die Geschichte ist praktisch authentisch und entspricht wohl in weiten Teilen der Realität.
Dass Matschiner ein menschenverachtender egomanischer Verrückter ist, der von der Hilflosigkeit der Sportler profitiert und mit deren Gesundheit spielt, dem kein krimineller oder moralisch verachtenswerter Spielzug schwer fällt, der dummdreist sich als Helfer positioniert und dabei jeden und alles unter Generalverdacht stellt und die Chuzpe hat, sich als Opfer zu sehen, bleibt in dem Buch unbeachtet.
Absolut lesenswert, weil unterhaltend, gibt aber kein differenziertes Bild ab.
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Von Geoqueen
Format:Gebundene Ausgabe
Dieses Buch hinterlässt bei mir einen faden Beigeschmack. Es liest sich eher wie ein Politk- oder Wirtschaftsthriller, da Matschiner so gut wie keine Namen nennt und nur bereits öffentlich bekannte Dopingsünder in dem Buch namentlich vorkommen. Ansonsten wird mit Decknamen oder gar irgendwelchen kryptischen Umschreibungen hantiert, wie etwa, dass ein ein "prominenter Politiker aus dem deutschen Bundestag" seine Immunität nutzt(e), um deutsche Sportler bei wichtigen Wettkämpfen im Ausland mit Dopingmitteln zu versorgen. Das Stichwort Fußball fällt auch nur zwei Mal im gesamten Buch, einmal davon als zitierte Mutmaßung eines der unter Decknamen vorkommenden Kunden Matschiners. Da hat wohl einer Angst vor der FIFA... Irgendwelche Behauptungen a la "mein Nachbar kennt jemanden, dessen Schwägerin seines Gärtners im Klönschnack mit Arbeitskolleginnen erfahren hat, dass Andy (*) nur gedopt einen Olympiasieg erreichen konnte" sind tatsächlich nur Stammtischniveau ohne Substanz. Schließlich ist der Herr Autor rechtskräftig verurteilt, hat vorher und auch während der Ermittlungen gelogen und getäuscht was das Zeug hält und nun werden hier Behauptungen ohne Bezug zur Realität genannt, die genauso gut frei erfunden sein könnten, um die Auflage zu steigern. Schließlich muss Herr M. ja auch von was leben. Nicht dass ich nicht an flächendeckendes Doping im gesamten Leistungssport und Verfilzungen hinter den Kulissen glaube. Nicht, dass ich hier das Denunzieren bekannter Sportler erwarte. Aber die Beispiele, die in diesem Buch genannt werden, sind durch ihre Belanglosigkeit, da total anonymisiert, gänzlich uninteressant. "Nu pack doch mal endlich Butter bei die Fische" habe ich mir beim Lesen ständig gesagt. Dieses Buch kann man sich daher schenken, wenn man ohnehin von einem dopingverseuchten Leistungssport ausgeht, da das Buch an sich nichts Neues bietet. Oh, nein, ich vergaß: wie ein anderer Rezensent hier bereits erwähnte, bekommt der an Doping interessierte Hobbysportler in einem Kapitel eine hervorragende Einführung in Art, Anwendung, Nutzen und Risiken aller derzeit praktizierten Methoden und Mittelchen am Dopingmarkt.

Zudem gefällt sich Matschiner in der Rolle des Ultra-coolen, der alle an der Nase herumführt und einen Job macht, wo selbst ein James Bond neidisch wird. Diese Selbstbeweihräucherung, wie gut er dieses oder jenes wieder geregelt hat, ist auf Dauer extrem nervig und unsympathisch.
Zum Schluss noch ein Kritikpunkt an das Lektorat: wer ein Buch mit derart vielen Schreib- und Druckfehlern durchwinkt, sollte sich einen anderen Job suchen. Zum Ende des Buches hin wurde es immer extremer, da hatte wohl jemand auch keine Lust mehr zum Weiterlesen. Unfreiwillig komisch fand ich die Wortschöpfung geloffensichtlich", geht es in diesem Zusammenhang doch um eine Testosteron-Creme.
Ein Highlight ist allerdings die Zusammenstellung der kreativsten Ausreden von Dopingsündern am Ende des Buches. Das kann als Stimmungsmacher auf jeder Party vorgelesen werden.

(*) so werden im Buch falsche Namen gekennzeichnet
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