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Grenzlandfrau [Broschiert]

Maryanne Becker
4.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Broschiert: 173 Seiten
  • Verlag: Grenz-Echo Verlag (23. November 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3867120404
  • ISBN-13: 978-3867120401
  • Größe und/oder Gewicht: 20,4 x 12,4 x 1,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 574.688 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Maryanne Becker
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

In diesem spannenden Roman erzählt die Autorin die bewegte Geschichte einer Frau in den Wirren der Zeit von 1918 bis 1955.

Wenige Wochen vor Ende des Ersten Weltkriegs wird Jakobine, von allen Jacki genannt, in einem Dorf an der Stadtgrenze zu Aachen geboren. Im Zuge des Versailler Vertrags fällt das Gebiet Eupen-Malmedy an Belgien. Das Haus der Familie steht unmittelbar an der Grenze zu Deutschland.
Nach Ende der Schulzeit geht Jacki einige Jahre nach Verviers in Stellung. Nachdem sie im Dorf ihren späteren Mann kennenlernt, nimmt sie eine Arbeit in einer Fabrik in der nächsten Stadt auf.
Der Zweite Weltkrieg beginnt, die Region Eupen-Malmedy wird annektiert, die Bevölkerung wird zu Deutschen deklariert.
Jackis Mann und seine beiden Brüder werden zur Wehrmacht einberufen und an die Ostfront geschickt, wo die beiden Brüder 1943 kurz nacheinander fallen. Als die Amerikaner vor Aachen stehen, wird die Stadt evakuiert. Jacki kommt mit Mutter und Schwester nach Westfalen, wo sie in der Industrie eingesetzt werden. Gemeinsam mit den Fremdarbeitern betreiben sie Sabotage. Jacki wartet vergeblich auf Post von der Front. Ihr Mann gilt als vermisst.
Nach ihrer Rückkehr nimmt Jacki ihre Arbeit in der Fabrik wieder auf und wartet, wie viele andere Frauen in dieser Zeit, auf Nachricht ihres Mannes. Für individuelle Trauer ist kein Platz.
Mit Kaffeeschmuggel erzielt Jacki in den Nachkriegsjahren ein Zusatzeinkommen: In Strümpfen um ihre Taille gewickelt, schafft sie die begehrten Bohnen auf dem Rückweg von der Arbeit nach Hause. Auch im Haus tummeln sich Schmuggler; dabei sind auch solche, die von Amts wegen den Schmuggel unterbinden sollten.
Ende der 40er-Jahre lernt sie Henri kennen. Er war nach der Annexion als Deutscher auf Widerruf zur Zwangsarbeit nach Aachen verpflichtet worden. Jacki ist allein und Henri, Vater von drei Kindern, ist unglücklich verheiratet. Sie wird seine Geliebte. Von Scheidung ist nie die Rede. Um klare Verhältnisse zu schaffen und in der Hoffnung auf eine Rente als Kriegerwitwe, lässt sie ihren Mann für tot erklären.
Im darauf folgenden Jahr wird sie Mutter eines kleinen Mädchens. Als Vater des Kindes wird der für tot erklärte Ehemann eingetragen. Das sorgt für Gerüchte. Im Dorf wird getuschelt, in der Familie herrscht eisiges Schweigen. Als die Tochter später nach ihrem Papa fragt, ist Jacki unfähig, ihr die Wahrheit zu sagen und verstrickt sich in einem Gespinst aus Halbwahrheiten, Lügen und Verboten.

Über den Autor

Maryanne Becker, Jahrgang 1952, in Ostbelgien geboren und aufgewachsen, ist Soziologin und Audiotherapeutin mit langjähriger Erfahrung in der klinischen Beratung Hörgeschädigter und als Dozentin an Kranken- und Altenpflegeschulen. Sie veröffentlichte Sachbücher, Kurzgeschichten und Lyrik.

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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Broschiert
1815 nach der verheerenden Niederlage Napoleons in der Schlacht bei Waterloo an Preußen gefallen, 1920 nach der im Versailler Vertrag besiegelten Niederlage Deutschlands im ersten Weltkrieg Belgien unterstellt, 1940 von faschistischen deutschen Truppen besetzt und 1945 wiederum Belgien angegliedert: So wechselvoll wie die Geschichte des Gebietes Eupen-Malmedy gestaltete sich auch das Leben der Menschen in der deutsch-belgischen Grenzregion.

Hier wächst in einem Dorf mit kaum 600 Einwohnern das Mädchen Jacki auf, lernt Jacki ihre große Liebe Jul kennen, die schon bald ein Opfer des Krieges wird, schlägt sie sich mit Kaffeeschmuggel durch's Leben, beginnt eine Affäre mit Henri und bringt ein Mädchen zur Welt. Jacki ist keine Kunstfigur, genauso wie die anderen Menschen, über die Maryanne Becker in ihrem Roman schreibt, tatsächlich gelebt haben. Orte, Namen und Einzelheiten wurden jedoch verändert. Nicht eine Dokumentation, sondern ein Roman erwartet die Leser.

Der Erzählstil ist sachlich, aber nicht emotionslos. So lässt sich mit Jacki mitfreuen und mitleiden. Wiederholt möchte man in die Handlung eingreifen, Jacki ein "Pass auf" entgegenrufen oder sie in ihrer menschlichen Haltung bestärken. Mit ihrer "Grenzlandfrau" ist es Maryanne Becker gelungen, ein wenig bekanntes Kapitel deutscher Geschichte literarisch überzeugend zu gestalten.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Broschiert
Eine Familienchronik der besonderen Art ist dieser Roman von Maryanne Becker.
Er zeichnet das Bild einer jungen Frau in einer Zeit, in der Deutschland ganz Europa in einen Alptraum unvorstellbaren Leides gestürzt hatte. Es ist kein Heldenepos des Krieges - es ist die Geschichte der großen und kleinen Ereignisse des Zusammenlebens, des stillen Widerstandes gegen übermächtige Gewalt, der gegenseitigen Hilfe wie auch der eigennützigen Übervorteilung als unterschiedliche Folgen von Not und Elend in der Enge einer dörflichen Gemeinschaft, die geprägt ist von den Zwängen konventioneller und moralischer Traditionen.
Seinen besonderen Reiz erhält der Roman durch den Ort der Handlung - die Lage an der deutsch-belgischen Grenze; eine Situation, die Ursache von Konflikten wird und ganze Familien zu zerreißen droht.
Ein Buch, das nachdenklich macht, das man mit dem Gefühl aus der Hand legt, etwas Wichtiges erfahren zu haben, über eine Zeit, die inzwischen schon wieder so lange zurückliegt, dass ihre Schrecken in Vergessenheit zu geraten drohen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Erlebte Geschichte 9. März 2011
Format:Broschiert|Von Amazon bestätigter Kauf
In ihrem Roman "Grenzlandfrau" schildert Maryanne Becker die Geschichte einer Frau zwischen den Grenzen und in den Wirren von Kriegen und Nachkriegszeiten. Geboren kurz vor Ende des ersten Weltkriegs im Grenzland zwischen Belgien und Deutschland erlebt Jackie eine Kindheit und Jugend, wie sie viele Mädchen damals erfahren haben dürften: eine Zeit der Entbehrungen sowie der Zurücksetzung hinter die Geschwister, und früh zeigt sich auch der Konflikt zwischen Mutter und Tochter, den Jackie nie für sich entscheiden kann. Zu stark sind die zu erwartenden Repressalien, zu stark die Konventionen der Erziehung der damaligen Zeit und des eingeengten Lebens im Dorf.
Gerade dieses Leben im Dorf drückt der jungen Frau seinen Stempel auf - sie, die eigentlich ein Freigeist ist und aufbegehren möchte, muss sich immer wieder einfügen und anpassen, wenn sie überleben will. Und doch gelingt es ihr schließlich, sich in dieser engen Welt zu behaupten und ihren eigenen Weg zu gehen.
In diesem literarisch anspruchsvoll geschriebenen Roman verbinden sich historische Ereignisse von vierzig Jahren zwischen 1918 und 1958 mit der Lebensgeschichte der Protagonistin Jackie, die durch die Wirren der Zeit und trotz der ihr aufgezwungenen Konventionen ihren Weg meistert.
Eine Pflichtlektüre für jeden an erlebter Geschichte interessierten Leser!
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