„Glück heißt seine Grenzen kennen - und sie lieben." Mit diesem, in der Einleitung dargebrachten Zitat von Romain Rolland wird der Inhalt des Buches auf den Punkt gebracht. Der renommierte Autor Anselm Grün hat zusammen mit der Sozialpädagogin Ramona Robben ein sehr reichhaltiges Buch vorgelegt, das ihre Erfahrungen aus der Begleitung sehr unterschiedlicher Menschen zum Ausdruck bringt.
Mittels des immer wieder aufgegriffenen Leitthemas „Grenze" verweilen sie an unterschiedlichen Lebensstationen und -themen und setzen hierbei wertvolle spirituelle Impulse. Ob es nun um Nähe und Distanz, Aggression, Krankheit, Einsamkeit, Partnerschaft, Beruf, Freizeit, Sucht, Schuld, Burn out oder Alter geht: Das Autorenpaar versteht es, in wertschätzender Weise Hinweise zu geben, wie die Lesenden mit diesen Grenzerfahrungen umgehen können. Dabei lassen Grün und Robben Geschichten aus der Bibel und Erlebnisse aus ihrer Beratungs- und bzw. Begleitungsarbeit im angemessenen Verhältnis einfließen.
Die Ausführungen sind sehr Wohl wollend und sprachlich sehr menschenliebend verfasst.
Einzelnen Zitaten fehlt die entsprechende Quellenangabe, ansonsten handelt es sich aber um ein gut recherchiertes und strukturiertes Buch, das eine wirkungsvolle Alltagsbegleitung ermöglicht.
Das Literaturverzeichnis zeugt vom vielfältigen Hintergrund, der insbesondere aber psychoanalytische und systemische Autoren/-innen berücksichtigt.
Alles in allem eine anschauliche Beschreibung der Notwendigkeit, seine persönlichen Grenzen zu wahren. Gerade in Zeiten der Schnelllebigkeit und Globalisierung vermag dieser Band dazu verhelfen, seine persönliche Mitte zu finden bzw. zu wahren und von dort aus sich mit aller Kraft dem Leben zu stellen.