Viele von uns spüren, dass es nicht lange mehr weitergehen kann wie bisher; viele beschleicht immer häufiger, schon beim Blick in eine Tageszeitung, die Ahnung drohender ökologischer und ökonomischer Zusammenbrüche. Auf der anderen Seite schwillt das Getöse derer, die ungehemmtes (Wirtschafts-) Wachstum als einzigen Zweck der Gesellschaft und Allheilmittel für alle Probleme propagieren, bedenklich an. In dieser Situation liefert das Buch des amerikanisch-norwegischen Forscherteams in acht Kapiteln und zwei Anhängen die erforderlichen systemwissenschaftlichen Orientierungsgrundlagen, gründlich, sachlich, nüchtern, kritisch, überzeugend. Mit Hilfe eines Computermodells werden verschiedene globale Entwicklungsmöglichkeiten durchgespielt, nachdem ausführlich einige Grundbegriffe sowie Funktionsweise und Grundannahmen des Modells erklärt worden sind. Für die Lektüre sind weder besondere Vorkenntnisse vonnöten (auch nicht die erste Fassung des Buches von 1972), noch wird der Leser unter einem Berg von Daten begraben (ohne indes auf handfeste Fakten verzichten zu müssen). Den Autoren geht es um die Darstellung systemischer Zusammenhänge und wahrscheinlicher globaler Entwicklungen, weniger um quantifizierte Zukunftsprognosen. Aber auch so werden die eingangs erwähnten intuitiven Befürchtungen weitgehend bestätigt: Man erfährt, dass und warum Märkte und Technologien nicht automatisch alles zum Besten regeln können, dass und warum gravierende Zusammenbrüche noch in diesem Jahrhundert wahrscheinlich sind, sofern sie nicht durch eine grundlegende Umstellung der Gesellschaft auf Nachhaltigkeit in allen Bereichen vermieden werden können und dass dafür voraussichtlich nicht mehr viel Zeit verbleibt, weil die Tragfähigkeit der Erde bereits überschritten ist. Gelänge jedoch rechtzeitig diese Revolution zur Nachhaltigkeit, deren Voraussetzungen und Auswirkungen die Autoren die beiden letzten, von viel Optimismus getragenen Kapitel widmen, dann könnte sogar eine bessere Welt mit einem bescheidenen, aber anhaltenden globalen Wohlstand resultieren.
Eigentlich sollte dieses Buch ein Leitfaden für alle Wirtschaftsführer und Meinungsbildner werden, in den Unterrichtsstoff der Schulen und die Dokumentationssendungen des Fernsehens eingehen, und kein Politiker sollte sich zur Wahl stellen dürfen, ohne seine Lektüre nachgewiesen zu haben. Das ist natürlich ein Traum. So bleibt nur, auf die Verbreitung des Buches an der Basis zu hoffen als Pflichtlektüre für jeden, der eine menschenwürdige Zukunft Aller für erstrebenswert hält und sich dafür einzusetzen bereit ist.