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Buchnotiz zu : Die Zeit, 22.02.2001
Vom "Toleranzmärchen" Nathans bleibt nach Meinung des Rezensenten Willi Jasper wenig übrig nach der Lektüre des Buches von Klaus Berghahn über das Verhältnis von Juden und Christen zur Zeit der Aufklärung. In der Aufklärung, mit Kant als Zeugen, offenbaren "sich bereits die antisemitischen Vorurteile ganz ohne Feigenblatt". Jasper skizziert in seiner kurzen Kritik nur die Ergebnisse der Studie, die er offenbar wichtig und einleuchtend findet. Kritik bringt er jedenfalls nicht an.
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Kurzbeschreibung
Für die meisten Aufklärer war es leichter, die kulturellen Verdienste der alten Hebräer zu loben, als sich für die rechtliche und soziale Gleichstellung der Juden einzusetzen. Von Goethe stammen die Aussprüche "Dulden heißt beleidigen" und "Toleranz sollte nur eine vorübergehende Gesinnung sein: sie muss zur Anerkennung führen." Im Kontext der breiten Toleranzdiskussion des 18. Jahrhunderts sind diese Äußerungen Goethes eine Provokation, die man ernst nehmen sollte, um die Grenzen dieses Konzepts schon im 18. Jahrhundert zu erkennen. Das gilt besonders für die Toleranz gegenüber den Juden, denn diese sollte zur Anerkennung ihrer Menschenrechte und schließlich zur Emanzipation führen. Klaus L. Berghahn stellt die Toleranzdebatte im 18. Jahrhundert facettenreich dar. Er beschreibt die Kritik der Vorurteile und ihren mangelnden Erfolg, die Hoffnung auf Emanzipation und die vielfachen Verzögerungen, die es auf dem Weg zu echter Gleichberechtigung gegeben hat.Klaus L. Berghahn ist Direktor des Center for German and European Studies an der University of Wisconsin, Madison.