Kurzbeschreibung
Von der prinzipiellen Maßlosigkeit des politischen Handelns und deren notwendiger Beschränkung - unterwegs zu einer Reformulierung des politischen Denkens. Absicht dieser Studie ist es, Kategorien und Begriffe bereitzustellen, die ein nicht-totalitäres politisches Denken erlauben. Bei diesem Versuch einer Reformulierung politischer Philosophie lassen sich die Autoren von den beiden Fragen nach den Grenzen des Politischen und nach dem Status der Kategorie Besonderheit für die politische Philosophie leiten. Mit der komplementären Verschränkung von zwei Methoden der Grenzbestimmung - den Grenzen der Dialektik und der idealtypischen Begriffsbildung Max Webers - wird ein neuartiger Ansatz politischen Denkens vorgestellt. Mit ihm läßt sich das Politische gegenüber der Wissenschaft, der Ökonomie, dem Recht, der Religion und dem Ästhetischen als ein eigenständiger Bereich bestimmen, ohne auf universalistische Begriffe oder eine Substanz des Politischen zurückzugreifen. Vor dem Hintergrund eines kritischen Vergleichs der politischen Theorien von Carl Schmitt und Hannah Arendt fragen die Autoren nach den kulturellen Ressourcen für eine Einschränkung der prinzipiellen Maßlosigkeit politischen Handelns und untersuchen unter diesem Gesichtspunkt die Bedeutung politischer Leidenschaften, politischer Institutionen und der Sphären Privatheit und Öffentlichkeit in den gegenwärtigen Massendemokratien.