Der vorliegende Band "Grenzen ökonomischen Denkens" versteht sich als Diskussionsforum unterschiedlicher Disziplinen und umfasst 27 Beiträge von 33 namhaften Autoren aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft, darunter Peter Gross, Bernhard Jagoda, Helmut Maucher und Reinhard Mohn. Die drei Herausgeber Hans A. Wüthrich, Wolfgang B. Winter und Andreas F. Philipp haben - trotz der Grenzen, die sie bereits im Titel markieren - ein weites Feld an Inhalten zugelassen, das im Begriff der "Wirtschaftsethik" fokussiert und es gestattet, das Primat der Ökonomie, das unser Wirtschaftsleben heutzutage weitgehend beherrscht, ein Stück weit berechtigt in Frage zu stellen. Umso mehr freut es den Leser, in diesem 580 Seiten starken "Lesebuch" - als solches ist es, so der Hinweis der Herausgeber, angelegt - tatsächlich alternative Denkanstöße und -vorstöße zu finden, die, nicht selten in der Realität der Ökonomie erprobt, tatsächlich gelebt werden. Erfrischend ist der interdisziplinäre Ansatz: Von der ethischen Unternehmensführung (Claus Hipp: Das Ethik-Management-Konzept bei Hipp) über unternehmerisches Umweltbewusstsein (Klaus Steilmann: Bis unter die Haut - Ökologisches Umdenken in der Textil- und Bekleidungsindustrie) bis hin zu Beiträgen zur Unternehmenskommunikation (Ernst von Glasersfeld: Über die Grenzen der Sprache) und Problemen der Technologisierung unserer Arbeitswelt (Wolfgang Langeneck: Wirtschaften im Cyberspace) werden hier nicht nur Impulse von Grenzdenkern gegeben, sondern auch Felder von den einzelnen Autoren beschritten, die mit Entscheidungsträgern in Wirtschaft und Gesellschaft eine breite Zielgruppe anzusprechen vermögen.