Dass die für den Sci-Fi-Channel gedrehten Filme nichts weiter sind als hanebüchene Grütze, wussten wir zwar schon lange, nichtsdestotrotz hat man bei "Greif" (bzw. "Attack of the Gryphon") das Gefühl, es sei das i-Tüpfelchen, der endgültige Zerfall des Filmes. Gedreht irgendwo in Osteuropa mit ein paar Statisten in lächerlichen Kostümen und ein paar relativ unbekannten Gesichtern aus US-Serien hat dieser Film buchstäblich alles, was ein Film braucht, um ihn schlecht zu machen: Nicht einmal das Setting wirkt charismatisch, sondern belanglos, genau wie die Geschichte, bei der nahezu dreist aus sämtlichen erfolgreichen Fantasy-Spektakeln geklaut wurde. Die ausgelutschte Geschichte "Zwei Königreiche sind verfeindet und der Königssohn aus dem einen und die Königstochter aus dem anderen versuchen's geradezubiegen, aber der böse Zauberer kommt ihnen in die Quere" ist von vorne bis hinten vorhersehbar und dadurch langatmig, die Kampfsequenzen amateurhaft, die Schauspielerei miserabel. Jonathan LaPaglia ist dabei noch am erträglichsten, Amber Benson (einigen bekannt aus "Buffy") wirkt so steif und emotional tot, dass es wirklich ein Grauen ist, ihr zuzusehen; abgesehen davon, dass die furchtbare Kostümierung und das ungeschminkte Gesicht sie auch noch sehr unattraktiv machen. Am Schlimmsten sind der Zauberer und seine beiden Latex-Hexen, deren Funktion wohl einzig und allein darin besteht, pubertierende Jungs vor der Glotze zu halten, weil sie im Gegensatz zu den übrigen Damen Dekolleté zeigen.
Aber unübertroffen grottig sind vor allem die "Spezialeffekte" - der Greif selbst sieht - unübertrieben! - aus, als wäre er in Mario Paint oder Malen nach Zahlen erschaffen worden; der Speer, den der Prinz finden muss, ist aus billigem Plastik, und dann gibt es noch eine "Steinstatue", die zu Leben erwacht und bei der man auf den ersten Blick erkennt, dass sich ein schlecht geschminkter Schauspieler dahinter verbirgt.
Nun die Frage aller Fragen: Warum habe ich mir das angetan? Nun, ein paar Szenen waren so schlecht, dass man herzlich lachen konnte, und Trash-Freunde werden größtenteils wohl Spaß an "Greif" haben - leider ist der Großteil des Filmes einfach nur langweilig und erregt daher definitiv mehr Ärgernis als Unterhaltung. Vom Kauf der DVD ist selbstverständlich abzuraten; wenn der Film mal im Fernsehen kommt und man wirklich nichts Besseres zu tun hat und zwei unterirdisch schlechte Filmstunden erleben will, ist man hier richtig. Er reiht sich nahtlos neben Filme wie "Sumuru - Schiffbruch auf dem Planet der Frauen", "Spiders" und "Raging Sharks" ein - übrigens alles Filme mit der No-name-Schauspielerin Simona Levin, die hat wohl ein Händchen für Filme, die das pure Zuschauergrauen verkörpern.