Nein, "all ages"-Filme sind dies nicht. Es sind einfach Kinderfilme. Nicht mehr, nicht weniger. Und es ist prima, dass solche "kleinen" Filme für Kinder noch produziert werden, denn ein Blockbuster wie die Harry-Potter-Reihe kann man aus Gregs Geschichten nicht machen.
Teil 1:
Leider schreiben hier Kinder eher selten Rezensionen, daher die geringe Anzahl an Rückmeldungen. Doch das ausgelassene Gelächter der Kinder im Kinosaal spricht sicher Bände.
Viele Kinder (wahrscheinlich sogar die meisten) lieben eben eine bestimmte Art von Humor, über die Erwachsene nicht immer noch lachen können. Viel ist auch - seien wir ehrlich - schlichte Schadenfreude dabei. Als Erwachsener denkt man dann vielleicht einfach zu kompliziert und vergisst mehr als die Kinder, dass es sich doch nur um einen Film handelt, bei dem Situationen und Figuren ruhig völlig übertrieben werden können.
Der ältere Bruder Roderick ist eben ein absoluter Klischee-Teenager und echt schon ein ziemliches Scheusal, das Eltern und kleinen Bruder plagt. Da war der Gag mit der Pinkelattacke einfach herrlich. Papa ist in dem Film etwas schräg drauf, ein bisschen Typ großer Junge, hat aber als einziger Verständnis für den oft genervten mittleren Sohn. Mama ist nicht ganz so spießig-überbemüht wie im Buch, man merkt aber auch im Film, dass sie oft Dinge dann besonders falsch macht, wenn sie meint, alles richtig zu machen. Dann aber gibt es wieder Szenen, in denen sehr gut und ohne Kitsch gezeigt wird, wie wichtig auch für einen Jungen in der Vorpubertät ein gutes Verhältnis zur Mutter ist.
Rowley, der hier Rupert heißt, ist eben eine Frohnatur, was ihm das Leben sehr oft viel leichter macht. Auch Beleidigungen prallen einfach an ihm ab.
Und sogar so einen irren Typen wie Fregley kann man sich grundsätzlich durchaus vorstellen, denn wir hatten selbst einen ähnlichen Typen in der 5. Klasse, der durch sein total bizarres Verhalten Schüler und Lehrer verwirrte.
Und ist "Gregs Tagebuch" nun mädchen- oder frauenfeindlich, wie oft gesagt? Ich glaube, eher nicht. Schon im Comic gab es viele Mädchen. Zu den meisten hat Greg altersgemäß eigentlich überhaupt kein Verhältnis, das kommt erst später. Es gibt ein Mädchen, für das er schwärmt, sie kommt aber im Film noch nicht vor. Stattdessen tritt ein Mädchen aus der nächsthöheren Klasse auf, das bei der Schülerzeitung arbeitet und sich mit Rupert anfreundet. Und dann gibt es eben diese eine Nervensäge namens Patty, die aber bei Mädchen und Jungs gleichermaßen verhasst ist. Woran sie keineswegs unschuldig ist, da sie neben einer gewissen Arroganz und Streberhaftigkeit auch noch die Angewohnheit hat, bei den Lehrern zu petzen. Na, ich denke, Frauenfeindlichkeit ist da eher ein Nebengrund, Patty nicht zu mögen...
Fregley zumindest kommt als Jungenfigur deutlich schlechter weg, deswegen würde man aber auch nicht sagen, das Buch sei jungenfeindlich. ;-)
Der Film verbindet Ideen aus den ersten beiden Büchern, ergänzt durch ein paar neue, ganz witzige Szenen (wie den Pinkelgag) und eine neue Figur (das Mädchen von der Schülerzeitung). Der Humor ist absolut kindgerecht und es gibt keine Szenen, die kleinere Kinder erschrecken könnten.
Teil 2:
Die Handlung setzt mit Gregs zweitem Jahr auf der Junior High nochmal ganz neu an.
Die Jungs sind älter geworden und so ist auch der Witz im zweiten Teil "schwärzer" und ironischer, doch auch für jüngere Kinder gibt es genug harmlose Slapstickkomik.
Gregs großer Bruder Rodrick spielt hier (wie der OT "Rodrick rules" schon sagt) eine weitaus größere Rolle als im Erstling, was der Story mehr Vielseitigkeit gibt. Außerdem wird mit Rodrick endlich mal ein ganz normaler Teenager gezeigt, der sich mit Eltern und Geschwistern rumzofft, kein obercooler, durchgestylter Beverly Hills Typ.
Das Grundthema des Films ist, wie Rodrick und Greg auf Wunsch der Eltern versuchen, irgendwie miteinander klar zu kommen, was immer wieder zu Konflikten, aber auch für die beiden überraschend guten Momenten führt.
Teil 2 ist noch weniger eine direkte Buchverfilmung als Teil 1, es wurden nur einzelne Elemente aus dem Comicroman übernommen und zu einer neuen, durchgehenden Handlung mit vielen neuen Situationen ergänzt.
Ein empfehlenswertes Weihnachtsgeschenk für Kinder ab ca. 8 Jahre (der Film ist ab 6 Jahren frei, aber 1. und 2. Klässler haben vermutlich doch noch einen anderen Filmgeschmack als etwas ältere Kinder).