Der zweite Fall für Kommissar Greven: Die 'Greetsieler Woche' ist der kulturelle Höhepunkt der Sommersaison in einem bekannten ostfriesischen Fischerdorf. Einen Tag vor der Eröffnung treffen sich die beteiligten Künstler zur gemeinsamen Besichtigung einer der beiden Greetsieler Windmühlen. So auch Mona, Lebensgefährtin von Kommissar Greven, ist mit von der Partie. Doch was als fröhliche Einstimmung und Auftakt zur Ausstellung gedacht war, endet abrupt mit einem tragischen Unfall. Jann ter Fehn, Enfant terrible der ostfriesischen Kunstszene, stürzt von der Galerie. Als dann auch noch während der Eröffnungsfeier eines der rätselhaften Bilder des Opfers gestohlen wird, hegt Kommissar Greven Zweifel am Unfalltod des Künstlers.
Und so tappt Kommissar Greven lange Zeit im Dunkeln und muss sogar letztendlich zu einigen fragwürdigen Methoden greifen, ehe er die wahren Zusammenhänge erkennt. Doch als er endlich zuschlagen will, schlägt sein Gegner zu ...
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Textauszug: "Als Greven an diesem Abend das Atelier betrat, war kein Laut zu hören. Weder Klänge von Miles Davis noch Bill Frisell begrüßten ihn, ganz zu schweigen von Mona, die es sich in letzter Zeit angewöhnt hatte, ihren Spätheimkehrer mit frischen 'Gnocchi al burro e salvia' oder einer 'Zuppa di frutti di mare' aus seiner Ermittlungsarbeit zu befreien. Kein verführerischer Duft stieg ihm heute in die Nase, kein Rotwein war dekantiert worden: Die Karaffe stand nüchtern auf dem Vertiko, das Mona kürzlich bei einem Rysumer Antiquitätenhändler erstanden hatte.
Greven ließ seinen Lederkoffer fallen und machte ein missmutiges Gesicht. So sehr er auch derartige Alltagsrituale ablehnte, noch dazu, wenn die Frau den Mann bekochte, sobald dieser von der Arbeit kam und dann in Richtung Fernseher und Pantoffeln tendierte, an Monas allabendliche Speisungen hatte er sich schnell gewöhnt ..."
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Fazit: Ein sehr guter und spannender deutschsprachiger Kriminalroman.
Behutsamer Handlungs- und Spannungsaufbau, liebenswerte und gut gezeichnete Charaktere und sehr viel ostfriesisches Landschaftskolorit bestimmen diesen Roman und machen ihn so sympathisch - und auch die Lösung des Falles ist gut gelungen.
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*Ich träumte in der zerfallenen Mühle, im Versteck, wo die Bilder lagen: Mein Vater führte eine Flamme an der Leine, löste das Halsband und befahl der Flamme: "Such!"* [ Siegfried Lenz / Deutschstunde / 1968 ]
Empfehlung & Grüße -- Reinhard Busse