Eine umfangreiche, fundierte und sehr interessant abgefasste Herleitung des wenig erfreulichen Szenarios einer globalen Hyperinflation, das die Autoren als mittelfristiges Resultat einer demnächst endgültig platzenden Spekulationsblase in Aussicht stellen. Wie der Titel verheisst, sehen sie dabei die USA als Ausgangspunkt und FED-Chef Alan Greenspan als den tragischen Helden. Als solches steht das Werk sicher in einer Reihe mit anderen "Crash-Bibeln", aber wer Leuschel aus seinen früheren Werken und Vogt über seine monatlichen Analysen der Kapitalmärkte im Rahmen des Effectenbank-Research kennt, weiss, dass die beiden fundierte Kenner der volkswirtschaftlichen Materie sind und den Leser daher mit prognostischem Hokuspokus wie Elliott-Wellen, komplexen Chart-Formationen und technischen Signalen nicht weiter belasten, wie das bei anderen Werken zu diesem Thema ja durchaus der Fall ist. Die Fixierung auf Greenspan scheint zunächst ein wenig obsessiv, doch wenn man die wirklich hervorragend dokumentierte Wandlung des Mannes vom liberalen Paulus zum keynesianischen und darüberhinaus opportunistisch agierenden Saulus erst begreift, wird die Sichtweise der Autoren verständlich und nachvollziehbar. Leuschel und Vogt konstatieren aktuell eine Spekulationsblase vor allem in den USA, deren Platzen ihrer Meinung nach in ein globales Inflationsszenario münden wird. Insoferne stellt das Werk den Gegenentwurf zu jenen Deflationsprognosen dar, wie sie etwa Autoren wie Robert Prechter oder Paul C. Martin seit Jahren in den Raum stellen. Daher ist das Buch eine interessante Lektüre für alle, die sich schon mal mit Werken der letztgenannten Autoren befasst haben, und gerne auch mal den alternativen Schlußakt des sich aktuell vollziehenden Dramas behandelt wissen wollten. Zudem liefert das Werk ein paar mehr gute Argumente, warum man Gold als Anlageobjekt keineswegs ad acta legen sollte und liest sich in diesem Kontext wunderbar zusammen mit Lips' "Goldverschwörung". Und für alle diejenigen, die weder mit bevorstehender Inflation noch Deflation besonders viel anfangen können, eröffnet das Buch immer noch einen sehr gut recherchierten Einblick in die Welt der Zentralbanken und ihrer "Gurus", und zeichnet dabei ein ziemlich konträres und vor allem ernüchterndes Bild zu dem, was man darüber allenthalben in den Medien zu hören bekommt.