Hauptanschaffungsgrund war die Notwendigkeit, den großen Kinderwagen mit auf Reisen zu nehmen, für den im Kofferraum bei Vollgepäck einfach kein Platz mehr ist. Dabei bestand die Wahl zwischen einer starren Dachbox, und diesem faltbaren Dachkoffer, wie ich es eher nennen würde. Für eine Dachbox hätte nur die stabile und aerodynamische Ausführung gesprochen. Für den Dachkoffer hingegen der vergleichsweise günstige Preis und der Vorteil, dass man ihn platzsparend verstauen kann. Letzteres war schließlich ausschlaggebend für den Kauf des Pack&Drive. Und: Er hält was er verspricht.
Schon beim Auspacken war klar, dass es kein billiges Importprodukt, sondern europäische (Frankreich) Qualitätsware ist. Das Material wirkt wirklich sehr fest und strapazierfähig, die Nähte sind alle verschweißt, und Klettverschlüsse sorgen überall für zusätzlichen Halt. Der Reißverschluss ist etwas grob und dadurch nicht ganz so feingängig, ich denke aber, dass das dem Halt und der Robustheit geschuldet ist. Denn dass der jemals aufreißt, kann ich mir ehrlich gesagt nur schwer vorstellen. Vier außenliegende Spanngurte sorgen zusätzlich für Sicherheit und selbst die Enden dieser Gurte müssen nicht lose im Fahrtwind herumflattern, sondern werden durch die schon erwähnten Klettverschlüsse fixiert.
Von der Erstmontage abgesehen, die naturgemäß immer etwas länger dauert, ist dieser Dachkoffer tatsächlich innerhalb von 10 min auf die Dachträger montiert. Einfach aus der Tasche nehmen, auflegen, ausrollen, die U-Verbindungen von unten durch die Löcher stecken und von oben mit den Hartplastikschrauben festdrehen - fertig. Die Schrauben stehen auch nur minimal heraus, sodass sie für das Gepäck kaum im Weg sind. Für etwas Sperriges wie den Kinderwagen sowieso kein Problem. Trotzdem ein Vorteil gegenüber dem Sherpack von der gleichen Firma, da er die Schrauben an der Außenseite hat. Ist natürlich geradezu eine Einladung für Langfinger.
Nicht dass der Pack&Drive unstehlbar oder unknackbar wäre, das ist er natürlich nicht. Allein das mitgelieferte kleine Vorhangschloss ist wohl eher nur zum Zusammenhalten des Reißverschlusses da, denn ein "Diebstahlschutz". Aber ehrlich: Wer an den Inhalt eines solchen Dachkoffers will, wird wohl gleich zum Messer greifen. Daher: Am Urlaubsort einfach abnehmen, zusammenrollen und in den Schrank stellen.
Tempo 150 km/h überhaupt kein Problem, weder wahrnehmbare Windgeräusche, noch verändertes Fahrverhalten. Durch den Kinderwagen als Gepäck ist der Dachkoffer allerdings auch sehr gespannt, wodurch es keine durchhängenden und somit flatternden Bereiche gibt - so sollte es idealerweise auch sein. Wie sich ein halbvoller Pack&Drive verhält, kann ich nicht sagen, wird aber auch nicht empfohlen. Andererseits lässt sich das Volumen durch die Spanngurte ja auch komprimieren.
Auf einer Fahrt hat es auch etwa 1 Stunde lang stark geregnet - für den Pack&Drive kein Problem. Der Innenraum bleibt vollkommen trocken.
Der Sherpack war mir für meine Bedürfnisse eine Spur zu klein, der Thule Ranger hingegen viel zu teuer. Somit ist der Pack&Drive für mich die perfekte Wahl.