Weiß der Teufel, warum ich neulich mal wieder dieses Album hervor gekramt hab; wahrscheinlich, weil es mir mal wieder nach gutem, melodiösem Rock war, mit den Wurzeln in Rock'n'Roll, Country, Blues, Gospel, eben der kompletten Palette der ureigenen amerikanischen Musik der einfachen Leute. Laut, mitreißend, aber auch unwahrscheinlich emotional, manchmal beinahe zum Heulen sentimental. Wenn man sich ein Album wie diese Greates Hits Compilation angehört hat, meint man hinterher, alle Facetten des ganzen Lebens miterlebt zu haben. Die Musik von Bob Seger plätschert nicht einfach im Hintergrund, sie nimmt einen mit, und man ist dankbar, dass es Menschen mit einem solchen Talent gibt. Schon eigenartig: jemand wie Bruce Springsteen, den ich (wie offensichtlich viele andere) nicht so hoch einschätze, ist heute der Weltstar, dem auch unsere deutschen "ehrlichen" Rocker so nacheifern, und Seger ist nur mäßig bekannt, oder zweite Wahl - für den Peter Bogdanovich Film "Die Maske" (mit Cher) war ursprünglich Springsteen-Musik als Soundtrack vorgesehen. Es kam nicht dazu, und so hat man ERSATZWEISE Seger's Musik verwendet; im heutigen Director's Cut war es dem Regisseur ein Anliegen, Springsteen's Songs endlich zu verwenden. So ungerecht ist die Welt. Sei's wie es sei: nächsten Dienstag geh ich los, um mir die neue CD (nach 11 Jahren Pause!) zu kaufen. Allen, deren Interesse an diesem einzigartigen Musiker geweckt worden ist, kann man völlig risikolos empfehlen: beide Greatest Hits kaufen - ihr werdet sie in 30 Jahren noch genauso gern hören!