Sie waren einfach gut, die Bangles mit Susanna Hoffs als Frontfrau, mit dieser ganz besonderen, feinen Kombination aus Wave und Harmoniegesang im Stil der 60er-Jahre-Mädchenbands. Jedenfalls machten sie nicht nur in den 80ern von sich reden, als sie ganz einfach die sonst allgegenwärtigen Synthesizer mit lockerem Gitarren und ungebügelter Stimmkraft der Extraklasse auskonterten. Und im Gegensatz zu gewissen Möchtegern-Punkerinnen konnten die vier singen -- und ihre Instrumente beherrschten sie auch. Die Songs haben durch die Bank Klasse, auch nach über 20 Jahren und vermutlich noch viel länger.
Manchmal klingen sie so, als hätten sich die seligen Crystals in die 80er gebeamt (z.B. "If She Knew What She Wants"), manchmal legen sie ganz einfach eingängige und einfallsreich arrangierte Melodien hin, die auch bei wiederholtem Hören nicht lästig werden, manchmal entdecken sie neue Facetten in bekannt Geglaubtem ("Hazy Shade of Winter" -- Paul-Simon-Songs überzeugender hinzukriegen als ihr Original, das schafft auch nicht jeder), manchmal präsentiert sich Michael Steele (diesmal nicht Susanna Hoffs) als erstklassige allürenfreie Balladensängerin ohne nervige Stimmbandgymnastik ("Following"), manchmal geht die Post ab (z.B. "Walking Down Your Street", "Be with You") -- und "Walk like an Egyptian" ist ganz einfach unbeschreiblich gut; irgendwie klingt dieser Song tatsächlich so, als presche er unmumifiziert nach Art altägyptischer Wandmalereien durch die Lautsprecher und Zeiten.
Diese knapp 50 Minuten lange Zusammenstellung umfasst tatsächlich das Beste der Bangles, und zumindest ich vermisse nichts Wichtiges. Die Zusammenstellung umfasst das weite musikalische Spektrum dieser weiblichen Fab Four (Naja, gut. Mit den Beatles vergleichen ist ja stets *etwas* zu hoch gegriffen) von ihren Anfängen ("Going Down to Liverpool") bis zum Finale furioso "Eternal Flame".
Schöne Töne, ganz einfach schöne Töne -- mit dem gewissen Etwas. Greatest Hits eben.