Great Violinists: Jascha Heifetz (1901 – 1987). Naxos Historical 8.110936
Beethoven, Violinkonzert in D-Dur, op. 61. NBC Symphony Orchestra, Ltg. Arturo Toscanini. Aufn. 11.3.1940 in New York. Erstveröffentlichung auf 5 Schellack-Platten (9 Seiten), Victor 17441/5-S.
Brahms, Violinkonzert in D-Dur, op. 77. Boston Symphony Orchestra, Ltg. Sergej Koussevitzky. Aufn. 11.4.1939 in Boston. Erstveröffentlichung auf 5 Schellack-Platten (9 Seiten), Victor 15526/30-S.
Mono-Aufnahmen. Digitale Überspielung und Bearbeitung: Mark Obert-Thorn.
Diese Naxos Historical-CD bringt zwei der großen Violinkonzerte des 19. Jahrhunderts zusammen, und zwar in der Interpretation des litauischen Geigenwunders Jascha Heifetz.
Beide Konzerte wurden in den USA von RCA Victor aufgenommen, und klanglich vermögen sie heute noch zu überzeugen – trotz des von den alten Schellackplatten herrührenden Rauschens und beim Beethoven einiger Knacklaute. Ganz besonders scheint das Brahms-Konzert gelungen zu sein, das in einer hervorragend natürlichen Akustik aufgenommen wurde. Heifetz erzielt einen herrlichen präzisen Geigenton und harmoniert anscheinend sehr gut mit dem von dem Russen Koussevitzky geleiteten Edelorchester aus Boston. Das Beethoven-Konzert erreichte seinerzeit eine ungeheure Beliebtheit, vielleicht gerade wegen der betörenden Leichtigkeit, mit der Heifetz und Toscanini es angehen, auch wenn Beiheft-Autor Tully Potter ihnen unterstellt, die spirituelle Dimension des Konzerts unterzubelichten. Mark Obert-Thorns digitale Überspielung lässt das Ganze im neuen Glanz erstrahlen, und beim Abhören darf man die klassische Präzision von Heifetz’ prächtiger Geigenkunst so klar und deutlich goutieren, als wäre man selbst bei der Aufnahme dabei. Eine Platte, die sicher nicht nur Nostalgiker zu begeistern vermag.
Als Fussnote füge ich hinzu, dass ich das Beethoven-Konzert vor einiger Zeit in einer exzellenten Aufnahme ganz anderer Art entdeckt habe: die amerikanische Geigerin Stefanie Chase hat es zusammen mit dem Hanover Band unter Roy Goodman für das Label Cala (ASIN: B00000FDDL) eingespielt, und zwar auf historischen Instrumenten. Die Interpretation ist fulminant, der Stereoklang hervorragend – die Aufnahme sei allen empfohlen, deren Ansprüchen der betagte Monoklang der Heifetz-Aufnahme nicht gerecht zu werden vermag.