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Great House

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Format: Gebundene Ausgabe
Vier Geschichten, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben: Eine amerikanische Schriftstellerin in New York, die ihr Leben ganz der Literatur gewidmet und dem Schreiben ihre Ehe geopfert hat, gerät in eine schwere Lebenskrise. Ein alter Mann in Israel begräbt seine Ehefrau, der entfremdete Sohn ist für das Begräbnis nach Hause zurückgekehrt und die Erinnerungen des alten Mannes kreisen um die gescheiterte Beziehung zu seinem Sohn. Eine Holocaust-Überlebende lebt als Schriftstellerin in London; über ihre entsetzlichen Erinnerungen hat sie nie gesprochen, doch nach ihrem Tod versucht ihr Ehemann, eines ihrer persönlichsten und schmerzhaftesten Erlebnisse zu ergründen. Ebenfalls in London lebt ein Geschwisterpaar, Kinder eines israelischen Antiquitätenhändlers, der sich darauf spezialisiert hat, alte Möbelstücke für Leute zu besorgen, die einen schmerzhaften Verlust erlitten haben und etwas Konkretes brauchen, um den Schmerz des Verlusts zu bewältigen.
Ein solcher konkreter Erinnerungs-Gegenstand ist ein Schreibtisch - ein besonders großes Stück mit 19 Schubladen - der wie eine Art Dingsymbol die vier Geschichten miteinander verknüpft. Jede Geschichte des Romans ist auf die eine oder andere Weise mit diesem Möbelstück verknüpft; was es damit aber letzten Endes auf sich hat, wo der Schreibtisch ursprünglich herkommt und "wofür er steht", das bleibt offen. Eine Lösung in dem Sinne, dass alle Geheimnisse gelüftet würden, gibt es am Ende des Romans nicht.
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Von Villette TOP 1000 REZENSENT am 9. September 2012
Format: Taschenbuch
Im Zentrum dieses Romans steht ein großer Schreibtisch mit vielen kleinen Schubladen, von denen sogar eine unöffbar verschlossen ist. Dieser Schreibtisch wechselt die Besitzer über die Jahrzehnte seiner Existenz. Keiner weiß, wo er genau herkommt, keiner weiß, was schließlich mit ihm passieren wird. Nur dass er von außerordentlicher Wichtigkeit ist, während ihn jemand besitzt, das wird recht schnell deutlich. Angelehnt an diese vielen Schubladen erzählt Nicole Krauss die Geschichten von vielen Menschen, deren Leben sich um den Schreibtisch drehen. Zwar sind es vier große Geschichten, aber in diesen großen Geschichten sind viele kleine Geschichten eingefasst und letztlich hängen alle großen Geschichten miteinander zusammen. Krauss öffnet mal diese Schublade und schaut hinein in das komplexe Durcheinander, dann versucht sie die verschlossene Schublade zu öffnen und schafft es nicht. Das heißt, wir bekommen nicht alles von den Figuren und ihren Leben erzählt. Gleiches gilt für die Figuren selbst. In ihren Leben geht es meistens um die Wichtigkeit der Erinnerung, die man sich zurückholt, indem man so eine Schublade aufmacht, und manche Erinnerungen kann man sich nicht gegenwärtig machen, will es oft auch nicht, weil sie zu schmerzhaft sind. Haben Sie inzwischen auch das Gefühl, dass das Symbol dieses Schreibtisches etwas überstrapaziert wurde? Am besten löst man sich davon und lässt sich einfach im Fluss treiben. Dieses Buch entwickelt sich langsam, die Zusammenhänge erschließen sich erst nach und nach, es springt dafür in der Zeit herum und am Ende wird einem dann doch einiges klarer. Was man zu Anfang gar nicht beachtet hatte, gewinnt nun an Wichtigkeit.Lesen Sie weiter... ›
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