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Great Expectations Restored [UK Import]
 
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Great Expectations Restored [UK Import]

 Nicht geprüft   DVD
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Format: Import
  • Sprache: Englisch
  • Untertitel: Englisch
  • Region: Region 2
  • Anzahl Disks: 1
  • Studio: ITV Studios
  • Erscheinungstermin: 15. September 2008
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • ASIN: B001AJ34BW
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 29.376 in Filme & TV (Siehe Top 100 in Filme & TV)

Rezensionen

Kurzbeschreibung

"David Lean directed this stylish film presentation of Charles Dickens' heart warming story of a young man befriending an escaped convict who becomes his unknown benefactor, and of the consequences for the young man as he establishes himself in the world."

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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Great Expectations 1946 23. April 2003
Von Olaf Wolf
Format:DVD
Ein grossartiges Werk im Stil und Atmosphäre gleichzusetzen mit David Leans Meisterwerk Oliver Twist von 1948. Auch hier dient eine Waisengeschichte als Grundlage für die Story, die bis in die kleinste Rolle excellent besetzt ist ( u. a. Alec Guiness in eine seiner ersten Rollen, Valerie Hobson und John Mills. Erzählt wird wie ein kleiner Junge bei Verwandten aufgezogen wird,
dann einen Vormund bekommt und unter misteriösen Umständen an einer grosse Erbschaft gelangt, bei der ein Sträfling eine nicht unerhebliche Rolle spielt. Auch dieses Mal dient der Schwarzweissfilm dazu, die teilweise sehr düstere Stimmung des Filmes noch sehr wirkungsvoll zu unterstützen. Siehe auch bei der Eingangssequenz. Also ein Meisterwerk zum dauerhaften archivieren. Wer Olliver Twist von David Lean mag ,wird diesen Film auch lieben.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Let the sunshine in 1. Januar 2010
Von Tonio Gas TOP 1000 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:DVD
Ob Charles Dickens bereits derart visuell geschrieben hat? In Unkenntnis des Buches wage ich mich an die Verfilmungsrezension, bei der nicht nur visuell alles stimmt und beeindruckend ist. Dabei wirkt "Great Expectations" zunächst wie eine übertrieben schauermelodramatische Fingerübung im Kielwasser von Filmen à la "Rebecca" (1940). Ist es aber nicht. Regisseur David Lean erzählt wieder einmal eine berührende Geschichte, bei der er sich gleichzeitig als Virtuose im Einsatz der filmischen Mittel erweist. Der Waisenjunge Pip stibitzt für einen entflohenen Sträfling Essen und eine Feile, und bei dessen Gefangennahme deutet sich etwas wie Dankbarkeit und Loyalität an. Später wird der in einfachen Verhältnissen aufwachsende Pip in das Haus der schwerreichen Miss Havisham geschickt, deren verzickte Adoptivtochter Estella ihn demütigt und verhöhnt. Doch vor seiner Handwerkslehre geht Pip bei Miss Havisham ein und aus und scheint sich ihrer Zuneigung versichert zu haben. Jahre später kommt Pip unerwartet zu materiellem und gesellschaftlichem Aufstieg dank eines Gönners, der ungenannt bleiben möchte - es ist kein Spoiler, zu verraten, dass höchstens Miss Havisham oder der Verurteilte dafür in Frage kommen. In Estella, die für ihn immer unerreichbar schien, hatte sich Pip bereits als Kind verliebt, doch auch jetzt scheint sie ihren herzlosen Hochmut nicht verloren zu haben - darin gegenüber Pip immerhin ehrlich. Es folgen verschiedene schicksalhafte Ereignisse, die vordergründig aus allzu absurden Zufällen und Zusammenhängen zu bestehen scheinen. Aber letztlich ist hier alles symbolisch statt wahrscheinlich, und das Werk zeigt meisterhaft, wie Schicksale miteinander verwoben sind: Vergangenheit und Gegenwart, vorherbestimmte Erwartungen und großes Unerwartetes, Gefängnisse (reale und selbst gezimmerte) und Befreiung, Oberschicht und "Unterschicht", Liebe und (Selbst-)Haß, verlorene Kinder, verlorene Kindheit und Ersatzkinder. Es läuft wohl darauf hinaus: Auch im England des 19. Jahrhunderts ist jeder seines Glückes Schmied, ob er nun tatsächlich wie Pip in einer Schmiede aufgewachsen ist oder sich für etwas besseres hält und feine Hände hat, die noch nie körperlich gearbeitet haben.

Wie David Lean dies auf die Leinwand zaubert, sucht seinesgleichen und ist eine Sinfonie aus Bild, Raum, Licht, Schatten, Soundtrack. Pip lebt zu Beginn in der wenig freundlichen Enge einer Schmiede, aber ihn zieht es zu unbekannten Schattenreichen, zum Friedhof, auf dessen Weg Galgen im Gegenlicht zu sehen sind, die Äste wie Klauen ins Bild ragen und unheimliche Geräusche machen. Stimmigerweise findet er am Grab seiner Eltern den Sträfling, der sich als Ersatzvater entpuppen wird. Das Haus von Miss Havisham hingegen ist auf völlig andere Art genauso ein Gefängnis wie die Schmiede und wie der Ort, von dem der Verurteilte geflohen ist: Die Zeit ist dort stehengeblieben, Miss Havisham hat die Uhren angehalten, Gitter des Tores und der Fenster erzeugen eine klaustrophobische Stimmung. Dazu passt, dass der Sonne Zutritt verboten ist und spinnverwebte Gegenstände auf einem langen Tisch die Zeugen der Vergangenheit sind, mit der Miss Havisham aufzuräumen offensichtlich ein Problem hat: Vor Jahren hatte sie ein Mann sitzen gelassen, nun hasst sie alle Männer und hat nach besten Kräften Estella dementsprechend erzogen. Pip hat keine Eltern, der Verurteilte hätte gern ein Kind, und als negatives Gegenbild sehen wir Miss Havisham, die ein Kind nur deswegen adoptiert, um ihre (selbst-)hasserfüllten Projektionen auf es zu werfen. Das sind alles Umkehrungen und negative Spiegelbilder: Pip verschafft dem Verurteilten die Freiheit und wird zu dessen fernem und lange unwissendem Ersatzsohn, doch in Miss Havishams Haus kommt er in die Unfreiheit, wobei er ironischerweise fast wie ein wirklicher Sohn dort lebt. Man kann das also als einen kritischen Blick auf elterliche Gewalt in jeglichem Sinne des Wortes deuten. Aber es geht um so viel mehr, vor allem um ein Plädoyer für ein selbstbestimmtes Leben und das Einreißen jeglicher Gefängnismauern, die aus Staub und Schatten der Vergangenheit gebaut sind. In einer der besten Metaphern des Filmes hat das Kleid von Miss Havisham Feuer gefangen - die in ihr lange Jahre schwelenden Konflikte und Belastungen drohen sie zu vernichten. Pip versucht den Brand zu ersticken und hat keine andere Möglichkeit, als endlich, endlich die große, schwere, staubbedeckte Decke vom Tisch zu reißen und Miss Havisham damit zuzudecken. Diese ganzen Gegenstände, die Miss Havisham obsessiv an das vergangene Elend erinnert haben und mit denen sie ihren Haß und Selbsthaß kultiviert und wachgehalten hatte, fliegen mit Getöse vom Tisch, der hinterher in einem top shot eine riesige blanke Fläche bildet. Manchmal muss man eben reinen Tisch mit der Vergangenheit machen, um brennende offene Wunden abzudecken und einen Menschen zu seinem Frieden finden zu lassen.

Wie sehr alles miteinander zusammenhängt, ist ohne Spoiler schwierig zu erklären, aber die Ereignisse finden in abertausenden Doppelungen und Spiegelungen auf wundersame Weise am Ende zueinander. Nur ein Beispiel, welches ich auswähle, weil es dort nicht nur auf das Bild, sondern auch einmal auf die Sprache ankommt: Wenn Pip von seinem Wohltäter erfährt, ahnen wir, dass es auf die eine oder andere Weise mit dem Straftäter von einst zu tun haben wird, denn Pips vom Wohltäter beauftragter Rechtsanwalt hat in seinem Büro Galgenstricke und Gipsabdrücke von Verurteilten - beides erinnert an die ersten Szenen des Filmes. Als sich der Rechtsanwalt scheinbar nebensächlich "die Akte Pip" geben lässt, scheint sich Lean (und evtl. schon Dickens) ein Wortspiel zu leisten: "file" heißt nicht nur "Akte", sondern auch "Feile", wie wir vom Anfang wissen, und mit einer Feile hatte Pip bekanntlich dem Flüchtigen (zunächst) zur Freiheit verholfen.

So ist der ganze Film mit höchster Aufmerksamkeit bis ins Letzte inszeniert, auch bei der Musik. Obwohl es sich durchgängig um Hintergrundmusik hat, schafft Lean ein paarmal den Eindruck, als könne diese direkt in das Handlungsgeschehen eingreifen. Als am Anfang die häusliche Situation aus den Fugen zu geraten droht, übertönt die Musik auf irreale Weise gezielt die Rufe von Pips älterer Schwester und Ersatzmutter nach ihrem Bruder. Wenn Pip in einer anderen Szene kurz durch Anticken und Ansprechen aus seiner Geistesabwesenheit gerissen wird, hält die Musik für einen kurzen Moment an, um dann aber fast ungebrochen weiterzugehen - Pip hängt offenbar immer noch seinen Gedanken nach. Solcher Beispiele wären noch viele zu nennen, und zwar aus allen künstlerischen Aspekten des Filmes und nicht nur dem musikalischen. Doch es möge nur noch dies verraten werden: Am Ende darf - daher die dem Musical "Hair" entlehnte Titelzeile dieser Rezension - die Sonne in das Havisham-Haus hereinkommen. Sie entlässt uns in ein open end voller großer Erwartungen.

Die DVD - ich rezensiere auf Basis der "David Lean Centenary Collection" - hat eine großartige Qualität, den englischen Ton und optionale englische Untertitel. Die Schauspieler sind durch die Bank überzeugend, der junge Alec Guinness hat einen wichtigen mittelgroßen Part als Freund von Pip. Hervorheben möchte ich Jean Simmons als junge Estella, beim Dreh etwa 16 Jahre alt und hier in ihrer ersten Sprechrolle zu sehen. Sie, die so oft (aber nicht nur!!!) die "Gute" spielen sollte, ist ungemein kraftvoll als verzogene, hochnäsige und beinahe grausame Göre, der man aber immer auch anmerkt, genauso sehr Opfer der narzisstischen Rache-Erziehung von Seiten Miss Havishams zu sein. Schade eigentlich, dass man sie nicht auch als erwachsene Estella besetzt hat, das hätte sie sicherlich mit gewissen Akzenten in Kleidung, Schminke, Kamerapositionen und Beleuchtung hinbekommen. Aber meine großen Erwartungen wurden auch schon so aufs Höchste erfüllt.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von christine TOP 500 REZENSENT
Format:DVD
Nach Ende der künstlerischen Zusammenarbeit mit Noel Coward verfilmte Lean zwei Romane Charles Dickens`. "Great Expectations" (Große Erwartungen) bildet den Auftakt: Südengland in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts: Das Waisenkind Philip Pirrip, von allen Pip genannt (Anthony Wagner als Kind, John Mills als Erwachsener), begegnet auf dem Friedhof dem entlaufenen Sträfling Magwich (Finley Currie). Er versorgt ihn mit Lebensmitteln, kann aber seine erneute Verhaftung nicht verhindern. Seine erwachsene Schwester, bei der er lebt, schickt ihn nachmittags zu der verschrobenen, reichen Nachbarin Miss Havisham (Martita Hunt), um dieser Gesellschaft zu leisten. Dort trifft er ihre Adoptivtochter Estella (Jean Simmons als Kind, Valerie Hobson als Erwachsene), in die er sich augenblicklich verliebt, obwohl sie ihn sehr von oben herab behandelt. Mit 14 geht er bei seinem Schwager als Schmied in die Lehre. Sechs Jahre später taucht der Londoner Anwalt Mr. Jagger (Francis L. Sullivan) auf, um ihm mitzuteilen, dass ein reicher Gönner, der unbekannt bleiben möchte, ihm das Leben eines Gentlemans finanzieren möchte. Kurz darauf zieht er nach London, wird von Herbert Pocket (Alec Guinness) in Etikette und Gesellschaft eingeführt und lebt ein versnobtes Leben auf zu großem Fuß. Bei einem Besuch bei Miss Havisham gibt ihm diese zu verstehen, dass sie eine Verbindung zwischen ihm und Estella wünsche. Pip glaubt nun, Miss Havisham sei seine Gönnerin. Seine Liebe zu Estella wird durch ihren Flirt mit einem Mann, der sich nur durch "Geld und kuriose Vorfahren" zu empfehlen weiß, auf eine harte Probe gestellt. Das Auftauchen seines Gönners bringt diesen selbst und Pip in Bedrängnis.

Leans Film hat alle Qualitäten, die man sich von einer gelungenen Verfilmung wünscht: Gute Darsteller, stimmungsvolle Bilder, eine zu Herzen gehende, aber nie rührselige Musik (Walter Goehr), gut vorbereitete dramatische Höhepunkte, einen Humor, der die Absurdität mancher Situationen einfängt, ohne sich über die Figuren lächerlich zu machen. In einer Szene hören wir z.B. nicht die aufgeregte Stimme von Pips Schwester, sondern eine Trompete. Auch die Wahl der Garderobe unterstreicht das Geschehen. Als Neuling in London ist Pip angezogen wie ein Püppchen, mit zunehmender Sicherheit verfeinert sich auch sein Geschmack.
Die erste Szene (nach einem kurzen Prolog) zeigt uns die Weite der südenglischen Landschaft. Ein Junge läuft (in der Totalen) in der Dämmerung, vorbei an zwei Galgen, zum Friedhof. Nur der Wind, das Knacken von sich bewegenden Ästen und eine Eule sind zu hören. Während er das Grab seiner Eltern besucht, taucht wie aus dem Nichts ein Fremder auf. Schneller hätte der Zuschauer gar nicht ins Geschehen hineingezogen werden können.
Finlay Currie (in den 50er Jahren auf "heilige Männer" wie Petrus und Balthasar abonniert) spielt den Sträfling roh, aber mit einer gewissen Würde, dass sich auch Zweifel am Sinn seiner Verurteilung anmelden. Martita Hunt als anscheinend verwirrte Miss Havisham ist großartig in ihrem schlossartigen Haus inszeniert, in dem sie lebendig begraben ist, seit ihr Bräutigam sie am Hochzeitstag verlassen hat. Alle Uhren sind angehalten, Spinnweben und schwere Vorhänge beengen sie. Anscheinend hat jede spätere Poe- Verfilmung aus diesem Interieur Honig gesogen. Francis L. Sullivan spielt mit Sinn für skurrile Finessen einen windigen Advokaten, der sein Büro auch mit Totenmasken schmückt. Der Leichtfuß Pocket ist mit Alec Guinness besetzt und begründete die fruchtbare Zusammenarbeit zwischen Guinness und Lean in den nächsten Jahrzehnten (u.a. Hauptrolle in Leans Meisterwerk "Die Brücke am Kwai"). Die junge Jean Simons gab in diesem Film ihr Debüt. Wirklich alle Rollen sind exzellent besetzt.
Die kindliche Phantasie des jungen Pip wird immer wieder durch innere Stimmen verdeutlicht. Mal spricht er zu sich selbst, mal hört er seine Schwester, in größter Aufregung vermeint er einen Geist oder die Kühe sprechen zu hören. Große Teile des Films sind durch Aufnahmen in geschlossenen Räumen oder in der Dämmerung gefilmt. Erst als sich Pips Schicksal erfüllt, seine "großen Erwartungen" enttäuscht werden, reißt der Himmel auf, scheint die Sonne. Ein schöner Beleg für die wichtige Lektion, die Pip gelernt hat.
Emotionaler Höhepunkt ist die letzte Aussprache zwischen Pip und Miss Havisham, in der er ihr vor Augen führt, welche Folgen ihr Spiel mit den Menschen hatte. Sie wollte sich letztlich allgemein an den Männern rächen, konnte aber nicht verhindern, den aufrichtigen Pip zu verletzen.
Der Film erhielt zwei Oscars (für die beste Schwarz-Weiß-Kamera und die beste Schwarz-Weiß-Ausstattung), sowie drei Nominierungen (bester Fim, beste Regie, bestes adaptiertes Drehbuch). Einziges Manko ist vielleicht, dass Mills (auch ein von Lean gern beschäftigter Darsteller) als Enddreißiger einen Mann Anfang Zwanzig spielt. Angesichts seines nuancierten Spiels sind aber seine Falten wie weggeblasen. Der Film verfügt über ein gut restauriertes Bild. Originalton mit englischen Untertiteln.

Sehr schön! Sehr empfehlenswert!
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