Nachdem das Vorgängeralbum "Unia" aufgrund seiner Prog-Ansätze nicht so leicht zugänglich war, war die Spannung natürlich groß, in welche Richtung sich die Band weiterentwickeln würde. Bei Ihrem neuesten Werk ist die Band nicht komplett back to the roots gegangen, sondern verknüpfen Ihre Melodic-Metal-Wurzeln auf perfekte Weise mit den progressiven Ansätzen von "Unia".
Der fröhliche, klar strukturierte Hochgeschwindigkeitspowermetal der Anfangszeit kommt in Reinform nur in dem genialen Song "A Flag in the Ground", für mich das absolute Highlight des Albums, vor. "The last Amazing Grays", ein weiteres tolles Highlight, kommt ebenfalls sehr beschwingt, eingängig und klar strukturiert daher.
Im Gegensatz dazu stehen sehr anspruchsvolle Stücke wie das bombastische "Deathaura", "Juliet" und "The Dead Skin", die einen komplexen Aufbau aufweisen und aus dem klassischen Strophe-Refrain-Schema ausbrechen. "Bei The Dead Skin", das größtenteils sehr melodiös klingt, wird im Mittelteil völlig überraschend auch mal die Trash-Keule ausgepackt. Diese zunächst schwer zugänglichen Songs enthalten entfalten ihre wahre Schönheit erst nach mehrmaligem Hören, dann aber umso nachhaltiger. "Zeroes" besitzt zwar einen klaren Aufbau und einen Hammerrefrain, kommt jedoch auch sehr modern und progressiv daher, nichtzuletzt aufgrund des Stilmittels, Tony Kakkos Stimme so zu verfremden, dass Sie grammophonartig klingt.
Auffallend ist, dass es mehrere Tracks gibt, die durch einen nachdenklich melancholischen Charakter geprägt sind, der sich auch in den Texten ausdrückt. Da wäre zunächst die wunderschöne "Breathing", die durch ihre Melancholie stark berührt. "As if the World Wasn't ending" übt insbesondere beim Refrain fast schon hypnotische Wirkung aus. Mit "The Truth is Out There" kommt wieder mehr Schwung in das Album, der Song besticht durch eine geheimnisvolle Atmosphäre, die durch einen perfekt platzierten Saxophon-Einsatzes unterstrichen wird. Das Album endet durch das sehr ruhige, nachdenkliche "Everything fades to Gray", das das wunderschöne Klavier-Thema des Intros wiederaufgreift. Der sehr gelungene Bonustrack "In the Dark" schlägt ebenfalls eher ruhige und melodiöse Richtung ein, trägt jedoch wieder etwas bombastischere Züge.
Produktionstechnisch ist die CD natürlich auf dem neuesten Stand. Der Sound kommt einfach absolut klar und druckvoll rüber.
Fazit: Ich kann die CD jedem Freund des progressiv angehauchten Melodic-Powermetal wärmstens empfehlen. Für Fans der Band ist es ein absoluter Pflichtkauf. Dies gilt auch für diejenigen, die mit "Unia" nicht viel anfangen konnten!