Rauschen. Das ist alles, was am Ende übrig bleibt. Im Buch und im Kopf des Lesers.
Geschildert werden die Lebensgeschichten vierer Charaktere, die durch den Grayday erst im Rauschen untergehen und dann verwandelt wieder auftauchen.
Arjun Metha, hoffnungsvolles, aber nicht so erfolgreiches Informatik-Genie, wird von einer Zeitarbeitsfirma in die USA gelockt und landet schließlich bei der Anti-Viren-Firma Virugenix. Mehr schlecht als recht bewältigt er seinen Arbeitsalltag und den Kulturschock. Als er erfährt, dass er entlassen werden soll, entwickelt er einen Computervirus, der seinen Arbeitsplatz retten soll.
Guy Swift, überarbeiteter Chef der Marketingfirma Tomorrow, versucht seine Firma vor dem Ruin zu retten und seine Freundin Gabriella an sich zu binden. Gaby, vom scheinheiligen Jet-Set-Leben angewidert und immer auf der Flucht davor, arbeitet für eine PR-Firma und soll die Presse über die Dreharbeiten zu Leela Zahirs Film lenken.
Leela ist der von ihrer Mutter zum Ruhm getriebene Filmstar und Gabys Parallelfigur; genau wie sie möchte sie ausbrechen und unverhoffter Wiese ermöglicht ihr der Virus' Arjuns dies.
Denn als Leela01 - 09 die ganze Welt lahm legt, geraten die drei in einen Strudel aus Informationen, Daten und Chaos, in dem Arjun flieht, Guy nach einer Verwechslung als Einsiedler lebt, Gaby sich umbringt und Leela untertaucht.
Der Autor schafft es dabei, verschiedene Genres zusammenzubringen, ohne eines überzustrapazieren: die unterschiedlichen Kulturen in Indien und Amerika, Kritik an der Welt der Reichen & Schönen, die Utopie der totalen Technisierung. Manchmal gerät er dabei in sehr abstrakte Gedankengebilde, doch die Grundbotschaft ist so eindringlich, dass man sie auch so versteht. Während man in anderen Büchern versucht, die Textfragmente zusammenzusetzen und am Ende ratlos dasteht, fühlt man sich nach diesem Buch zwar wirr, aber klar und deutlich: traurig.
Bei den indischen Wörtern hat mich persönlich nicht ihre Existenz gestört, sondern die kursive Formatierung, die mich schon sehr rausgerissen hat; eine Fußnote wäre besser gewesen, gerade weil sich viele Begriffe aus dem Zusammenhang erklären.
Alles in allem: klein, aber krass.