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Mit dem dritten Album der beiden Mittzwanziger kann man getrost behaupten: Der Name Wasserfuhr ist zu einem Markenzeichen in der deutscher Jazzlandschaft geworden. Es steht für einen schwebend lyrischen, überaus melodiösen Musizierstil.
Gravity darf man wörtlich nehmen: Man schwenkt ohne zu Überlegen in eine Umlaufbahn um den Wasserfuhrschen Planeten ein und taucht in einen sehr ästhetischen Klangkosmos zwischen Himmel und Erde am blau verträumten Ende des Tages ...
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Die äußerlich so ungleich wirkenden Brüder beeindrucken in ihrer Musikalität - ob Komposition oder Spiel - stets erneut durch ihr symbiotisches Miteinander. Die bei Julian zu erlebende hingebungsvolle Versunkenheit und Entrücktheit, mit denen er jeden Ton weich, sensibel und unprätentiös entstehen lässt, spürt man auf diesen Aufnahmen ebenso unvermittelt wie bei Liveauftritten. Ungeachtet der generellen Regieführung seitens des älteren Bruders Roman, fügt sich dessen leichtes wie lebendiges Piano dem Flügelhorn- oder Trompetenspiel, um es zugleich zu tragen, zu umgarnen, stimmungsvolles Beiwerk zu liefern - und mehr als das. Der Opener Twinkle Eyes z. B., einer der bis auf einige Ausnahmen selbst komponierten Titel des Albums, lebt von solch Abwechslung bringendem "Beiwerk". Wie eine seltsam anmutende Spieldose klingt hier Romans verspielte Celesta zur Cool-Wärme der Trompete. Mitunter hört man zart in die Stücke eingewebte Synth-Effekte. Das ist dann schon alles an Effektbringern und mehr ist gar nicht nötig.
In diese Symbiose passen sich als Rhythmusträger zwei wohl kaum aus einer erfolgreichen Jazzproduktion wegzudenkende Jazzer nahtlos ein: der Schwede Lars Danielsson (b, git, clo) und Wolfgang Haffner (dr). Sie steuerten darüber hinaus zwei Eigenkompositionen bei - Danielsson If The Rains Comes und Haffner Some Other Time, der zudem für die Produktion des Albums verantwortlich zeichnet.
Nur zwei Stücke sind Cover - Bert Kämpferts L.O.V.E. in einer sanft schmeichelnden, völlig entschleunigten Adaption sowie eine respektvolle Variante von Stings Song "An English Man in New York" von 1988. Letzteres sehr schön, sicherlich, aus meiner Sicht etwas zu geschmirgelt verarbeitet. Vielleicht hätte man doch etwas mehr von der bunt schillernden Figur Quentin Crisp einbringen sollen, die Sting zu diesem Titel inspiriert hatte, anstatt das Gewicht auf die melancholische Seite seines Schicksals zu legen.
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Bei aller Individualität der einzelnen Stücke gelingt das Album wie aus einem Guss. Mehrheitlich weisen die Stücke einen zurückgenommenen, chilligen Charakter auf, das sollte man beim Kauf wissen. Langweilig finde ich das keinesfalls. Ob ferner oder näher in der Umlaufbahn, ich war angezogen von der atmosphärisch dichten, feinen und schon sehr persönlichen Dramaturgie.
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Konträre Empfehlung:
When the Heart Emerges Glisten von Ambrose Akinmusire
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