Jeder kennt es: Ein Bekannter erzählt einem seinen - ehemals lustigen - Lieblingswitz zum gefühlten 50. Mal, bis man gewillt ist, ihm möglichst schweres Bergbauwerkzeug 4-5mal durchs Gesicht zu ziehen.
Ähnlich verhält es sich mit diesem 3. Aufguss eines Witzes, der beim 1. Mal noch gezündet hat. Damals war der Ansatz neu und frisch, Klassiker der Hardrock/Metal-Welt in Grund und Boden zu grunzen. Beim mittlerweile 3. Anlauf bleibt aber davon nichts mehr übrig.
Mehr oder minder bekannte Metal-Klassiker erhalten ein Dropped-D Tuning und weit in den Vordergrund gemischt "zergrunzt" Chris Barnes jegliche Phrasierungen, Betonungen, Variationen und Ausdruck der Original-Sänger. Die restlichen Musiker üben sich im Malen nach Zahlen. Abgesehen vom tiefen Tuning werden die Versionen 1:1 nachgespielt, was völlig witzfrei ist. Eine Coverversion sollte immer auch einen eigenen Ansatz beinhalten, sonst kann ich auch gleich das Original hören.
Die Band spielt nicht schlecht, aber auch nicht überragend und das Gegrunze, was ich auf den regulären SFU-Alben -logischerweise - sehr passend finde, macht hier mehr kaputt, als hinzuzufügen.
Die Produktion ist passabel. Die Gitarren klingen satt und positiv zu erwähnen ist vielleicht noch, daß das Drumming nicht zu Tode getriggert wurde. Die Aufmachung ist eher sparantisch, was bei dem finanziellen Risiko (Graveyard II ist furchtbar gefloppt) auch kein Wunder ist.
Positiv zu erwähnen ist vielleicht noch, daß nicht die bekanntesten Songs der Bands zum 100. Mal durchgenudelt werden (abgesehen von Anvils "Metal on metal"), sondern eher Klassiker aus der 2. Reihe. Nur ist damit leider keine Langzeitwirkung verbunden, denn dieser vertonte Witz hat nicht mal ne Punchline und dürfte bei so innovations-und blutarmen Versionen bei kaum einem auf Heavy-Rotation laufen.
Man sollte sich das Geld sparen und vielleicht lieber in die neue Annotations of an autopsy
The Reign of Darkness investieren oder aber in die neue Heathen
The Evolution of Chaos .Da bekommt man zumindest noch Herzblut für sein Geld.
Dieses Album dagegen ist so überflüssig wie ein Kropf.