Das kleine Bändchen "Grauzone morgens" der edition suhrkamp Reihe, verfasst von Durs Grünbein, ist sein Geld wert. Der Autor hat ein überwältigendes Gespür für Atmosphäre. Die Gedichte, die er schreibt, schauen aufs Detail, nicht auf die Masse, Details, die oft übersehen werden, zersplittertes Glas und Neonreklame, der Hauch des Augenblicks. Durs Grünbein lebt in Berlin, und eben die Straßen Berlins sind häufig Schauplätze seiner Gedichte, besonders früh morgens - "Grauzone morgens"! - fast noch im Schlaf oder auch schon "frei von Traumbelag", und die Gedichte entdecken, "was dieser Morgen an Schönheit verspricht", selbst zwischen Eisenbahngleisen und inmitten all diesem Grau (doch dann wieder: knallgelbe Schuhe...). (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)