- aber nur beinahe. Mit einem Augenzwinkern zitiert Long selbst im Roman die Autoren, die ähnliche Katastrophenszenarien skizziert haben - mir fiel dazu noch das Duo Niven/Pournell ein (Luzifers Hammer). Erfreulicherweise ist nichts davon kopiert, im Gegenteil. Long schafft durch seinen kraftvollen Erzählstil seine ganz eigene Endzeitvision und "Grauzone" liest sich phasenweise wie ein Parforceritt durch die Apokalypse. Wenngleich das Buch -einige wenige- Längen hat, so schafft es fließende Übergänge zwischen Religion, Biotechnik,Archäologie, Genetik, Medizin und Science Fiction, ohne jemals spürbar an Spannung zu verlieren, und hebt sich allein dadurch weit aus der Masse der Thrillerveröffentlichungen ab.
Allein - das Ende läßt den Leser mit einem vernehmlichen *grmpf* das Buch zuklappen. Sowohl die Protagonisten der Geschichte als auch ihre lesenden Beobachter hätten es verdient gehabt, mit einem schlüssigen Finale belohnt zu werden - haben sie nun oder haben sie nicht...? Und wenn nicht, warum nicht? Semi-poetische Schilderungen von schaukelnden Schwangeren und schwankenden Sommerblumen mögen ja versöhnlich und hoffnungsvoll klingen - sie befriedigen den Leser, der auf den letzten 500 Seiten die de-facto-Auslöschung seiner Spezies mitverfolgt hat, allerdings wirklich nicht.
Somit hat Jeff Long auf den letzten 20 Seiten (oder fehlenden 50) leider die Möglichkeit verschenkt, aus einem guten Buch ein großartiges Buch zu machen.