Das Buch ist locker lesbar, nicht nur durch die altengerecht große Schrift sondern auch durch die unabgehobene und alltagstaugliche Sprache (was man von einem Politiker nicht von vornherein erwartet). Das Thema ist allemal interessant für uns, die wir aufs letzte Drittel/ oder Viertel zugehen.
Bei Herrn Scherf sind eine Menge brauchbare Denkanregungen zu finden, die jedoch für viele von uns nicht wirklich umsetzbar sind. Herr Scherf kann das Problem des Älterwerdens aus einer recht priviligierten Warte betrachten, bzw. auch selbst gestalten: Er ist gebildet, außerordentlich kontaktfreudig, wohlhabend, verfügt über noch nicht ausgelebte Talente und Träume, realisierbare Wünsche und eine gute körperliche und geistige Gesundheit. Die wenigsten von uns können in diesem Alter noch über all diese Schätze verfügen.
Trotzdem halte ich das Buch für absolut lesenswert, auch wenn der Autor mitunter den Faden verliert und sich mehrfach wiederholt. Vielleicht doch ein Tribut ans Alter ? Oder an uns Alternde, die das Buch lesen?
Ich bessere noch einmal von 3 auf 4 Sterne nach, weil es im ganzen doch so gut war, daß ich es besten Gewissens weiterempfehlen würde. Den fünften behalte ich zurück, vielleicht, weil das Buch zu vollmundig angekündigt worden ist, als daß es den geweckten Erwartungen gerecht werden konnte. Es ist eben doch eine sehr individuelle Sichtweise aus der schon erwähnten priviligierten Perspektive und leider kein Rezept für uns alle. Schade auch!