Spielt man heute eigentlich noch mit so etwas wie Karten? Oder sind die Spieleabende dauerwellenmäßig ein Relikt aus den 80ern? Hiermit schlage ich den Gong für "grass". Wer Kuhhandel oder Uno nicht mehr sehen kann, der sollte es wagen und sich den durchaus kompliziert anmutenden Regeln öffnen. Die sind in der Spielanleitung jedoch sehr gut und anschaulich erklärt und man hat sie nach drei oder vier Durchgängen erfasst, nur Mut! Sowohl Glück als auch Strategie verhelfen dazu, als Gewinner im "Drogengeschäft" vom Tische aufzustehen. An dieser Stelle: Man sollte sich und die Hasch-Thematik des Spiels nicht zu ernst nehmen! Nun gilt es nur noch, andere zu begeistern, die ja meist lange und äußerst unmotivierte Gesichter machen, kommt man mit einem neuen Spiel euphorisch dahergehüpft. Drängen Sie beharrlich weiter, denn erfahrungsgemäß geben die Neulinge - haben sie die sechs Karten erstmal in der Hand - nicht auf, sich durch deren Vielfalt zu kämpfen. Man vermeide nun als "Spielleiter" den Fehler, nach der zehnten Frage zur selben Karte entnervt vom Stapel zu lassen: "Das solltest du mittlerweile aber wissen!" Halten Sie und ihre Spielkameraden die ersten Runden durch, kann der Abend noch lang werden, denn "grass" ist ein spannendes und wirklich interaktives Spiel mit Suchtpotential.