Dass Gabriella Wollenhaupt mit ihrem fiktiven Ortsnamen 'Bierstadt' die Ruhrpottmetropole Dortmund meint, merkt man nicht nur an dem klingenden Namen des von ihr erwähnten Fußballtrainers 'Peter Mopp', sondern auch an der Beschreibung eines citynahen Stadtteils, der wie die echte Dortmunder 'Nordstadt' mit großen Problemen wie Arbeitslosigkeit und Kriminalität zu kämpfen hat. In ihrem mittlerweile 22. Krimi (!) 'Grappa lässt die Puppen tanzen' muss die toughe Polizeireportein Maria Grappa in eben dieser Nordstadt einer besonders traurigen wie brisanten Story nachgehen. Zwangsprostitution, Pornofilmproduktionen und Snuff-Video-Drehs - alles, was Geld bringt, scheint auf die nach Deutschland gekommenen, jungen bulgarischen Roma-Frauen zu warten. In ihrem Krimi spielt Wollenhaupt mit den zahlreichen Vorurteilen gegenüber den bulgarischen Roma. Sie bestätigt einige von ihnen, räumt aber gleichzeitig mit vielen anderen auf. Und auch, wenn sie manchmal ein wenig zu plakativ mit ihrem brisanten Thema umgeht, ist 'Grappa lässt die Puppen tanzen' ein spannend-nachdenklicher Krimi mit aktuellem Hintergrund.