Nach einem etwas irritierenden Beginn, bei dem ein Traum die sonst so realistische Journalistin Maria Grappa auf die Spur eines seltsamen Falles von Selbstmord führt, nimmt der Krimi gleich wie gewohnt Fahrt auf. Ihrem unerschütterlichen Instinkt folgend, erkämpft sie sich auf typische Grappa-Art den frei gewordenen Platz des toten Journalisten und fühlt dort seinen ehemaligen Kollegen auf den Zahn. Dabei merkt sie gleich, dass das Betriebsklima des Fernsehsenders äußerst gespannt und das Verhalten des ein oder anderen mehr als merkwürdig ist. Gleichzeitig bittet die Frau des Toten um ihre Hilfe, denn nur mit einem bewiesenen Mord erhält sie die Versicherungssumme der Lebensversicherung. Maria Grappa dringt mehr und mehr in die Familien- und Firmenverhältnisse ein und fördert Dinge zutage, die zum Durchdrehen sind. Zum Glück hat sie Freunde bei der Bierstädter Mafia...
Ich habe mich auch bei diesem Fall wieder sehr amüsiert. Grappa ist einfach total sympathisch, wie sie mit ihrem großen Gerechtigkeitssinn immer wieder den direkten und dabei nicht immer ungefährlichen Weg geht, wenn sie das Gefühl hat, dem Täter auf der Spur zu sein. Nicht auf den Mund gefallen und mit oft überraschenden Mitteln wagt sie sich immer wieder mutig vor, um ihn zu überführen und scheut dabei auch hier wieder nicht die direkte Konfrontation. Dabei geht sie auch diesmal nicht analytisch und durchgeplant vor, sondern folgt spontan ihren Gefühlen. Entsprechend leidenschaftlich und riskant führt sie ihre Aktionen dann auch aus. Dabei ist sie so wunderbar menschlich mit ihren Macken und ihrem nicht einfachen Verhältniss zum männlichen Geschlecht, das immer wieder für einen Lacher sorgt. Ihre Vorliebe für italienisches Essen macht immer wieder Hunger und das Ei im Kühlschrank wird auch nicht vergessen.
Gabriella Wollenhaupt greift auch hier wieder ein ernstes Thema auf, diesmal illegale Filmgeschäfte. Sie lässt ihre Figur Maria Grappa fest auf die Wunden drücken und das auf sehr humorvolle Art, allerdings ohne auf mich platt und albern zu wirken. Gleichzeitig werden die Folgen und die Not, die die Opfer zu erleiden haben, deutlich vor Augen geführt. Ich weiß nicht, wie die Autorin es immer wieder schafft, aber ich kann mich über Gappa und ihre Methoden totlachen, ohne dabei den Ernst des Themas zu vergessen. Ein Widerspruch, der aber immer wieder sehr gut funktioniert und spannende und lustige Unterhaltung bietet.
4,5 Sterne