Es fällt mir schwer, etwas anderes über Grand Tour zu schreiben: als daß es ein unglaublich gutes Buch ist. Ich bin ein totaler Fan von John Irving und irgendwo hatte ich gehört, daß ein Kritiker Kopetzky mit Irving verglichen hat - ehrlich gesagt, hatte ich Zweifel. Es gibt nette deutsche Autoren, die auch ganz interessante Büche schreiben (Kracht zum Beispiel oder H.Krausser) - aber die sind oft ziemlich dünn und auch keine richtigen Romane, das Leben, das darin beschrieben wird bleibt immer so beliebig, und die Handlung ergreift einen nicht wirklich, es gibt selten wirkliche Spannung. Richtige Figuren, deren Leben man ganz und gar teilen kann. Das können eigentlich nur die Amerikaner, eben zum Beispiel Irving. Humor, Witz und ergeifende Schicksale, spannende Handlung. Bei Kopetzky ist alles da. ER ist nicht wie Irving, aber ich verstehe, warum man ihn damit vergleicht. Ich kenne eigentlich kein Beispiel für Grand Tour. Es ist komisch und spannend, sehr gut lesbar geschrieben und unheimlich detailreich, und hat einen ganz eigenen Ton. Danach sieht man die Eisenbahn und die Bahnhöfe ganz anderes. Vorallem aber denkt man über Menschen nach, denn Kopetzkys Figuren leben wirklich. Hoffentlich schreibt er schon an einem neuen Buch.