Pressestimmen
"New York klingt wie ein breiter Dur-Akkord mit starkem Bass. Dieses Buch ist der gelungene Versuch, diesen Klang einzufangen." (Frankfurter Allgemeine Zeitung)
Journal Frankfurt 2. Oktober 1998
Kreyes Kunst ist es, seine Figuren mit wenigen Sätzen so zu charakterisieren, daß sie im Gedächtnis bleiben. Nach der Lektüre könnte man sich vorstellen, ihnen selbst begegnet zu sein: Pedro, dem Flüchtling aus Mexiko, der sich im eigentlichen Sinne in den Straßenschluchten von Brooklyn verliert; Jennifer, die eine kurze atemnehmende Karriere macht, Anthony, den erst allzuschlechte Erfahrungen zum Rassisten gemacht haben. Kreyes Sprache ist farbig, bisweilen sogar schillernd, doch sie versucht nie zu blenden; der Autor versteht es, den Leser zu führen, ohne ihn zu gängeln. (Frankfurter Allgemeine 8. Oktober 1998) New York klingt wie ein breiter Dur-Akkord mit starkem Baß. Dieses Buch ist ein Versuch, diesen Klang einzufangen. (Zeit Magazin 8. Oktober 1998) 17 Schicksale, die dem Begriff vom Schmelztiegel Amerika gerecht werden. Kreye taucht ein in ihre Welt, blickt durchs Brennglas ihrer Träume und fliegt weiter zum nächsten. (Süddeutsche Zeitung 2. Oktober 1998) Bewegende Geschichten.
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Kurzbeschreibung
Ein Stadtführer der besonderen Art: Andrian Kreye taucht ein in den "big apple". Er porträtiert 17 Menschen, 17 Leben, 17 Schicksale, wie es sie nur in New York City geben kann.
Der Verlag über das Buch
New York ist die Großstadt schlechthin: die Welt an einem Ort, die Stadt der Geschichten und Schicksale. Andrian Kreye arbeitet als Autor und Journalist seit zehn Jahren in New York. Mit dem Gespür eines Reporters führt er seine Leser in die Welten, die in dieser Stadt aufeinanderprallen. Eine atemberaubende Vision vom Leben im 21. Jahrhundert, die weitreichende ethische und philosophische Fragen aufwirft. Ein Buch, dem sich niemand entziehen kann.
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Excerpted from Grand Central. Menschen in New York. by Andrian Kreye. Copyright © 1998. Reprinted by permission. All rights reserved
Aus dem ersten Kapitel "Eurasia": Ich hatte im Dezember aufgehört, meine Sandwiches bei Winston zu kaufen, weil die Kälte seine Hände mit graubraunen Schuppen überzogen hatte und ich nicht mit ansehen konnte, wie er mit seinen dreckigen Reptilfingern die Wurstscheiben aufs Brot legte. Aber ich kam immer noch jeden Nachmittag, um Milch zu holen. "Gotta stay true to the hood", sagte mein Freund Rich immer. Bleib' deinem Viertel treu, dann bleibt dein Viertel auch dir treu - New Yorker Nachbarschaftssentimentalitäten, aber er hatte ja recht, vor allem, nachdem die Hongkongchinesen gleich um die Ecke einen Supermarkt aufgemacht hatten, in dem die Coladosen zehn Cents billiger waren und die Milch einen ganzen Quarter. Sollte so einer wie Winston draufgehen, nur weil diese arroganten Hongkongchinesen ihr Geld vor den Kommunisten retten wollten? Winston hätte ihnen was davon erzählen können, was es heißt, sich in Rotchina mit den Kommunisten anzulegen, mit den engstirnigen, verbissenen Politkomissaren, oder, noch schlimmer, mit den humorlosen Studenten der Roten Garden, die mit haßerfüllten Augen durch die Gänge der Universität gezogen waren, um auf der Kultur und der Geschichte herumzutrampeln. Aber davon hatten die Hongkongchinesen keine Ahnung. Die hatten nur Angst, daß ihnen die Dividenden davonlaufen und die Zinsen einbrechen, und deswegen verkauften sie die Coladosen zehn Cents billiger als alle anderen.
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.