Fashion Sale Hier klicken Fußball Fan-Artikel calendarGirl Cloud Drive Photos Erste Wahl Learn More madamet HI_PROJECT Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Autorip Summer Sale 16

Kundenrezensionen

4,0 von 5 Sternen321
4,0 von 5 Sternen
Format: Amazon Video|Ändern
Preis:6,98 €
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

So weit würde ich freilich nicht gehen, aber es werden immerhin manchmal noch ausgezeichnete Filme gemacht in dem Barbaric Laughterhouse, das einst als Filmindustrie bekannt war. Man muß sie eben nur suchen und kann dabei auch nach den Namen der Regisseure gehen: Wes Anderson jedenfalls ist einer derer, die sich dem Mainstream bislang entzogen und die es auch heute noch schaffen, mit subtilen Mitteln und manchmal auch grellen Farben Poesie visuell werden zu lassen.

So auch in „The Grand Budapest Hotel“ (2014), in dem auf mehreren Zeitebenen – mit den dazugehörigen Bildformaten – die unterschiedlichsten Genres munter durcheinandergewürfelt werden und Tragik und Komik einander maßvoll die Waage halten. Einem namentlich ungenannten Autoren (Tom Wilkinson / Jude Law) erzählt der altgewordene Hotelbesitzer Mr. Moustafa (F. Murray Abraham) seine Lebensgeschichte, insbesondere aber davon, wie er als einfacher Lobbyboy Zéro (Tony Revolori) durch M. Gustave (Ralph Fiennes) in den Dienst des Grand Budapest Hotels, das in dem fiktiven osteuropäischen Staat Zubrowka liegt, genommen wurde. M. Gustave versteht es, durch seine Kultiviertheit und seine Diplomatie alle Gäste für das Hotel einzunehmen, nicht zuletzt wohl die Legion reicherer älterer Damen, mit denen er auch schläft. Eine dieser Damen, die Gräfin D. (Tilda Swinton), ist am Tage ihrer Abreise beunruhigt von einer dunklen Vorahnung, und kurz darauf steht in der Zeitung die Nachricht ihres plötzlichen Ablebens. M. Gustave und Zéro machen sich unversehens auf zum Schloß Lutz, dem Wohnsitz der Gräfin, wo ihre habgierige Verwandtschaft bereits auf die Vollstreckung ihres Erbes wartet – allen voran der finstere Sohn Dmitri (Adrien Brody). Als der Testamentsvollstrecker verkündet, daß M. Gustave ein kostbares Gemälde, „Jüngling mit Apfel“, erben soll, kommt es zwischen Dmitri und Gustave zu einer Auseinandersetzung, an deren Ende letzterer, mit dem gestohlenen Bild im Gepäck, das Schloß verläßt. Dmitri allerdings, der seine Mutter umgebracht hat, lenkt aus Rache den Verdacht auf seinen Widersacher, und kurze Zeit später – er hatte gerade Zeit, das Gemälde zu verstecken – sitzt M. Gustave in dem berüchtigten Gefängnis Checkpoint 19 ein. Doch mit Hilfe Zéros und seiner Freundin Agatha (Saoirse Ronan) sowie einer Gruppe Gewaltverbrecher schmiedet er einen Fluchtplan, um in die Freiheit – und leider auch in die Reichweite von Dmitris psychopathischem Faktotum Jopling (Willem Dafoe) – zu gelangen.

„The Grand Budapest Hotel“ ist eine farbenprächtige, geschwinde und voltenreiche Komödie voller geschliffener Dialoge, skurriler Situationen, verwunschener Bilder und bizarrer Charaktere. Doch steckt hinter all dem Trubel auch eine gewisse Tragik, denn Ort und Zeit sind nur leicht verfremdet, so daß wir sehr leicht das Heranziehen der Bedrohung durch den Nationalsozialismus, der die letzten Reste der alten k.u.k.-Welt zerstören sollte, bemerken. Besonders die aberwitzige und sinnlose Schießerei im Hotelfoyer spiegelt den Untergang jener durch den Ersten Weltkrieg bereits in Bewegung gesetzten alten Zeiten wider. Auch M. Gustave ist ein Repräsentant dieser auf Bildung, Luxus und Etikette aufbauenden Gesellschaft, und wenn er auch ein ausgemachter und selbstsüchtiger Gauner ist, so ist er dabei doch niemals bereit, anderen Menschen nachhaltig zu schaden. Bewundernswert ist, wie sich dieser scheinbar effeminierte Mann wie ein Löwe gegenüber den Grenzkontrollen für seinen staatenlosen Adlatus ins Zeug wirft und wie mutig er den Repräsentanten militärischer Macht gegenübertritt. Über all den Alfanzereien und übermütigen Scherzen schwebt aber doch als Grundton ein dunkler Pessimismus, denn die magische Zwischenwelt von Zubrowka ist dem Untergang geweiht, und auch persönliches Glück währt nur kurze Zeit, ein Spielball großer kriegführender Mächte wie auch virenkleiner Zufälle mit tödlichen Folgen, und am Ende bleibt nur die Erinnerung sowie das Bemühen, die Orte, die diese Erinnerungen beherbergen, zu pflegen.

In diesem Sinne ist „The Grand Budapest Hotel“ wehmütig-wilde Comédie humaine.

Die DVD bringt den Film in den Sprachen Deutsch, Französisch und Englisch in gutem 5.1-Dolby-Digital-Ton. Das Bild ist einwandfrei, und der Bildschirm sollte auf das Seitenverhältnis 16:9 eingestellt werden, wenngleich das Format aus künstlerischen Gründen häufig wechselt.
0Kommentar|5 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 3. Mai 2014
„Hier waren wir glücklich – für eine kleine Weile.“ Im vorletzten Satz findet Wes Andersons neuester Film seinen Kern. Zuvor geht es im Höchsttempo durch eine Handlung voller surrealer Wendungen, Situationskomik, Wortwitz und großartigem schauspielerischen Klamauk. Man fühlt sich immer wieder an das Tempo klassischer Filmkomödien von Lubitsch und Wilder erinnert. Ein großer Spaß! Perserkatzen werden aus Fenstern geworfen. Sehr alte Damen geben sich der körperlichen Liebe hin. Gefängnisausbrüche werden geplant. Informanten werden in Beichtstühlen erdrosselt. Verfolgungsjagden führen über Skisprungschanzen. Schießereien in Hotellobbys. Erbschleicherei. Erste Liebe. Bedrohliche Grenzkontrollen. Die Filme des US-Amerikaners wirken an ihrer Oberfläche oft wie ein großer, bunter, ironischer Kindergeburtstag für Erwachsene. Schauspieler können hier alles geben. Deswegen kommen sie auch alle, wenn Anderson ruft. Trotz kleiner Gage, denn Kassenerfolge im herkömmlichen Sinn dreht er nicht (obwohl Grand Budapest Hotel auch in diesem Belang Anderson-Neuland ist: bis dato reichlich 130 Mio Dollar Umsatz!). Vielmehr erzählt er uns tragikomische Filmmärchen, auf deren Grund sich die Ahnung des Vergänglichen und eine feine Melancholie finden.

Diesmal geht es in den zentraleuropäischen Fantasiestaat Zubrowka (natürlich!), den man sich vielleicht wie die Tschechoslowakei der Zwischenkriegsjahre vorstellen kann, die jemand über Nacht in die Alpen versetzt hat. Anderson sagt zu seinem Werk, dass er es als europäischen Film anlegen wollte. Doch die Welten des Wes Anderson sind nie real im historischen Sinn. Sie liegen immer knapp neben der Realität in einem Grenzland aus Traum und Wirklichkeit. Das zeigt schon die großartige Musik des Films, die Roma-Melodien mit Balalaika-Klängen und Alphörnern charmant vermischt. Zum Kronzeugen hat sich der Regisseur Stefan Zweig mit dessen bittersüßen Lebenserinnerungen an die bürgerliche Welt der versunkenen Habsburger Monarchie erwählt. Man kann sich aber auch an die Geschichten und Figuren von Bohumil Hrabal erinnert fühlen.

Insgesamt vier Erzählebenen schichtet Anderson mit leichter Hand für seinen Film aufeinander. Ein Buch wird aufgeschlagen. In ihm erzählt sein amerikanischer Autor von einem lange zurückliegenden Gespräch mit einem alten Herrn in einem ebenso alten, inzwischen abgerissenen Hotel in Mitteleuropa. Es ist die Welt dieses Gesprächs, in die wir nun hinabtauchen. Der zeitliche Vorhang hebt sich – und wir sind im Zubrowka der 1930er Jahre, auf dessen Vielvölkergemisch bereits der Faschismus seinen dunklen Schatten wirft. Das „Grand Budapest Hotel“ erlebt gerade seine Glanzzeit. Und im Zentrum des Glanzes strahlt Monsieur Gustave H., sein Concierge. Als unangefochtener Herrscher führt er das edle Hotel mit einer Mischung aus eitler Selbstherrlichkeit, Perfektionismus und Hingabe. Letztere bezieht sich auch auf die im Hotel logierenden sehr reifen Damen der Gesellschaft, deren Liebhaber er für die Dauer ihres Aufenthalts ist. Eben verlässt mit Madame D. eine von ihnen wieder das Hotel. Im gleichen Moment beginnt der junge Zero Moustafa seine Laufbahn als Lobby Boy. Wenig später ist Madame D. tot, Gustave erbt ein wertvolles Gemälde und hat daraufhin die Familie der Verstorbenen im Nacken. Allen voran den finsteren Dmitri, der den psychopatischen Mörder Jopling auf die Fährte des Erben setzt. Wie Gustave mit Zeros Hilfe versucht, den Hals aus der Schlinge zu bekommen, erzählt der Film nun als wilde, vor Ideen sprühende, urkomische Räuberpistole. Allein wegen des Spiels der beiden Hauptdarsteller muss man diesen Film sehen. Ralph Fiennes als selbstverliebter Concierge und Tony Revolori als aufgeweckter und loyaler Lobby Boy sind als Paarung das Witzigste, was es seit langer Zeit im Kino zu sehen gab. Dazu liefert der schier unfassbar prominent besetzte Cast am laufenden Band darstellerische Glanzleistungen bis in kleinste Nebenrollen. Wes Anderson liebt seine Schauspieler. Und sie zahlen ihm die Liebe überschwänglich zurück. Es geht in einem unglaublichen Tempo hin und her, jede Geste, jeder Gesichtausdruck ist auf den Punkt genau gesetzt. Und wie stets bei Wes Anderson bewahren auch diesmal die Figuren noch in den absurdesten Szenen und Übertreibungen der Regie ihren heiligen Ernst. Für Liebhaber ironischen Humors, der stark auf dem körperlichen Aspekt des Schauspielens beruht, ist dieser Film ein Pflichttermin.

Und dann ist da ja noch Görlitz, und damit das Märchen im Märchen. Die Geschichte geht so: Wes Anderson kam zur Drehortbesichtigung für ein paar Szenen an die Neiße. Er verliebte sich in die Stadt und ihre Atmosphäre. Woraufhin der Film größtenteils in ihr gedreht wurde und sich über den langen Winter 2012/13 hinweg Hollywoodstars der allerersten Kategorie hier die Klinke in die Hand gaben. Einmal mehr hat der Zauber von Görlitz gewirkt: Wes Anderson suchte nach einem versunkenen Europa, nach Orten einer „guten alten Zeit“. In Görlitz stehen sie auf kleinem Raum beieinander. Anderswo holt man die Kulissenbauer. Hier warten ein leer stehender Theatersaal, ein verwaistes Jugendstilkaufhaus oder ein pittoresk verfallenes Wannenbad darauf, für kurze Zeit aus ihrem Schlaf erweckt zu werden. Ein Traum für jeden Regisseur (mit ernstem Hintergrund für die Einheimischen)!

Ob irgendwann die Filmteams auch einmal wegen des realen Görlitz kommen? Um Geschichten aus der Gegenwart zu erzählen? Das wäre schön. Bis dahin wird die Lausitz vorerst Kulisse für Träumer bleiben. Zum Beispiel für Menschen wie Wes Anderson, der auf der Suche nach den atmosphärischen Spuren eines vom Nationalitätenhass noch nicht entzweiten Kontinents und seiner Kultur in unserer kleinen Gegend fündig geworden ist (Dampflok ist er auch gefahren!). Hier erzählt er nun für die ganze Welt das alte, schöne Märchen vom grenzenlosen, kulturell bunt gemischten, unüberschaubaren Europa. Diese Geschichte hat gerade politisch einen schweren Stand, ihr droht die Romantik abhanden zu kommen. Es ist wie so oft – ein Fremder muss kommen, um mit seiner Begeisterung einmal wieder den Blick zu weiten. Ein schönes Kompliment, dies gerade in der Lausitz zu tun. Ob es verdient ist – nun ja. Manchmal vielleicht. Danke für den Besuch, Herr Anderson und Auf Wiedersehen! Von Ihnen lassen wir uns gern zur Kulisse machen.
44 Kommentare|87 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 21. März 2014
Als ich "The Grand Budapest Hotel" gesehen habe war ich tief beeindruckt von dem neuen Machwerk von Regiesonderling Wes Anderson. Wer bereits Filme wie die Royal Tennenbaums, Tiefseetaucher oder Moonrise Kingdom kennt und liebt, der weiß, was auf ihn wartet. Wes bleibt seinem Stil treu, ohne sich selbst zu plagiieren. Absurde Situationskomik trifft auf ernste Melodramatik, ummantelt von einer detailversessenen Kulisse. Wieder mal begegnen uns skurrile Charaktere wie dem Concierge Monsieur Gustave H., der auf Frauen steht, die mind. 80 Jahre alt sind. Diese Schrulligkeit der Figuren kann nur so gut funktionnieren, weil ein atemberaubender All-Star Cast um Ralph Fiennes, Edward Norton, Tilda Swinton, Bill Murray, Jeff Goldblum, Adrien Brody, Willem Dafoe, F. Murray Abraham, Harvey Keitel, Jude Law und Owen Wilson dies herausragend in Szene setzen kann. Was das Technische angeht, ist es meiner Meinung nach die künsterisch anspruchsvollste Kameraarbeit, die ich je gesehen habe. Wes große Vorliebe für Symetrie wird hier auf ästhetisch herausragender Weise auf die Spitze getrieben. Fast jede Einstellung gleicht einem malerischen / fotografischen Meisterwerk. Das der Film über 3 Zeitebenen läuft, hat sich Anderson etwas ganz besonderes und bislang einzigartiges ausgedacht. Jede Ebene verfügt über ein bestimmtes Bildformat. Die Haupthandlung wurde in dem Verhältnis 1,33:1 gedreht, was aus heutiger Sehgewohnheit sehr ungewöhnlich erscheint, aber in diesem Fall äußerst passend ist (sowohl künstlerisch als auch geschichtlich). Das Wes Anderson bekanntermaßen nie große Budgets für seine Filme erhielt, musste er sich für die wilde Verfolgungsjagd was ganz besonderes einfallen lassen. Er hat schlichtweg für die Draufsicht (Also Hubschrauberperspektive) Knetgummifiguren mit Hilfe von der Stop-Motion Technik animiert, was zum schreien komisch wirkt und dem Ganzen noch einen Tick skurriler erscheinen lässt.

Summa Summarum ist der Film ein besonderes Juwel, welches sich nahtlos an die anderen Anderson Filme anreiht und mit größter Detailsorgfalt auffährt. Abstruse Komik, skurrile Charaktere, tiefgreifend tragische Momente und ein sagenhafter Cast geben sich hier die Klinke. Wer eine typische Spoof-Komödie sucht, wird hier definitiv nicht fündig. Die Jenigen, die nach etwas total Anderem, das sich jenseits des Hollywood Mainstreams bewegt, wird hier richtig legen. Viel Spaß!
22 Kommentare|110 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 12. September 2014
Zur DVD:
Sprachen: Deutsch, Englisch, Französisch
Ton: 5:1 Dolby Digital
Untertitel: Deutsch, Englisch, Französisch, Niederländisch, Türkisch, Arabisch?
Extras - im einzelnen wären da: Backrezept einer Leckerei der fiktiven Konditorei Mend'l, Gestaltungsablauf einiger Filmszenen, Vorstellung der einzelnen Darsteller, Bilder von Ausweisen, Anzeigen, Plakaten, Gemälden (ein nach Wes Andersons Vorstellungen gemaltes Bild "Junge mit Apfel" und ein im Egon Schiele-Malstil angefertigtes Aquarell), Zeitungsausschnitte aus der 1932er Zeit, Landschaften in der fiktiven Republik "Zubrowka" und der Original Kinotrailer auf Englisch.

Bevor man das Abspielen des Film mit "Play" anklickt, erscheint der Hinweis (auf Englisch):
"Bitte setzen Sie Ihren Monitor auf 16:9." (Das steht sinngemäß in Deutsch auch auf der DVD - Rückseite).
Wie gelesen, so getan.
Leider waren dann nur schmale, etwas in die Länge gezogene Gebäude und Darsteller zu sehen. Also zurückgesetzt auf "Autom. Format". Nun erschien die Szene mit der "Stefan Zweig-Darstellung" in einem allseitig schwarzumränderten Passepartout, um dann ins Querformat (nur oben und unten schwarz) zu wechseln. Als dann die Rückblenden ins Jahr 1932 erfolgten, wechselte das Format wieder, so dass links und rechts schwarze Ränder waren. Zunächst glaubte ich, dass etwas mit dem Fernseher nicht in Ordnung ist (habe den Film im Kino nicht gesehen), wurde aber beim Durchlesen einer Rezension eines Besseren belehrt: Das ist ein filmisches Stilmittel, um den Wechsel in verschiedene Zeiten darzustellen.
Zur Bildqualität der DVD:
Anfangs war ich ziemlich enttäuscht (ich habe wesentlich bessere Bildqualitäten anderer Film-DVD's gesehen). Es erinnerte mich ein wenig ans Fernsehen, als die Privatsender noch analog sendeten - leicht verwaschen und unsauber in der Schärfe.

Die Handlung des Films ist in Rezensionen bereits umfassend geschildert worden, so dass ich hier nur noch die Regiearbeit vom Regisseur Wes Anderson anführen möchte, der leicht, locker, amüsant zwischen all den farbenprächtigen Kulissen nicht die dramatisch-tragischen stillen Nuancen vergisst, und oft recht bizarr die illustre Darstellerriege durch die Filmhandlung führt. Auch die wunderbar zum Film passende Musik, die exzellente Kostümausstattung sowie die ausgezeichnete, teilweise verblüffende maskenbildnerische Arbeit möchte ich nicht unerwähnt lassen.
5 Sterne für einen außergewöhnlichen Film.
0Kommentar|2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 6. Juni 2015
Nicht jeder hat einen Faible für skurrilen Humor, für ein Dialogfeuerwerk in gehobener Sprachkultur, für formal höchstästhetische Filmkunst, für rasante Kameraschwenks und fantastische Bildkompositionen. Nicht jeder kann sich länger als 10 Minuten konzentrieren, denn das muss man bei diesem Film, um alles mitzubekommen. Man kann dabei keine Chips essen, denn bei jedem "Kracks" im Mund könnte man schon etwas verpassen. Vielleicht ist es das, warum manchem Rezensenten der Film als langweilig erscheinen mag, Keine Konzentration, kein Verstehen führt zum innerlichen Abschalten und zu Langeweile.

Für mich ist das mal wieder ein echter großer Kinofilm voll ungestümer Fabulierlust. Daher: Hnsetzen, anschalten, anschnallen und ab geht die Fahrt! Viel Spaß!
0Kommentar|4 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Das Grand Budapest Hotel ist ein opulentes Hotel mit einem geliebten Concierge: Monsieur Gustave. Ein Gast vererbt Gustave ein wertvolles Gemälde und als sich herrausstellt, dass der Gast ermordet wurde, muss Gustave vor dem Gesetz fliehen... Klingt vielleicht unspektakulär, ist aber wirklich witzig umgesetzt, nicht zuletzt weil die Charaktere so schön verschroben sind. Allen voran natürlich Gustave, einem Concierge und Gentleman der alten Schule mit blumiger Sprache, der noch dem Tod vor Augen Prosa zitiert. Aber auch alle anderen Personen sind herrlich liebenswert (außer den Bösen natürlich) und witzig, aber vor allem glaubwürdig - was nicht zuletzt an den großartigen Schauspielern liegt.
Auch optisch ist der Film oppulent und wunderschön umgesetzt. Er enthält sogar die eine oder andere Hommage an die Filme der portraitierten Zeit - Willem Dafoe z.B. spielt deutlich von Nosferatu inspiriert und eine ganze Filmsequenz (die einzige Szene, die man mit viel Goodwill als "Actionsequenz bezeichnen könnte) ist so aufgenommen, wie Filme in den 30ern eben aussehen: Grobkörnig, (weitestgehend) Schwarz-Weiß und mit viel Stop-Motion...
Sicher wird es hier Stimmen geben, die Action vermissen. Oder Schenkelklopfer. Die ehören aber schlicht nicht zur Zielgruppe des Filmes. Das Grand Budapest Hotel ist definitiv kein Arthouse-Film - aber intelligente Unterhaltung schon. Ja, es gibt sowas noch - auch in Hollywood!
4747 Kommentare|56 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 22. September 2014
Angelehnt an die Texte von Stefan Zweig und besetzt mit einem Staraufgebot, das seinesgleichen sucht, hat Wes Anderson genau das geschafft. Im Film steht die versunkene Welt Zubrowkas durch die Erzählung des Hotelbesitzers Mr. Moustafa(F.Murray Abraham) wieder auf, und im Filmgenre lässt Anderson den blühenden Beginn der Filmära durch den Einsatz einer ungemein geschickten Erzählstruktur und einen Puppenhaus-Effekt bei der Darstellung der Kulisse wieder aufleben. Das Ergebnis ist ein unglaublich verspielter Film mit brillanten Dialogen, wunderbaren Schauspielleistungen und absolutem Wiedererkennungs-Effekt. Wenn sie mich fragen: Ein kommender Klassiker!

1985 erzählt der alternde Autor(Tom Wilkinson) die Geschichte von seinem Hotelbesuch im Grand Budapest Hotel in Zubrowka, irgendwo in Osteuropa, im Jahr 1968. Dort trifft er den Hotelbesitzer des im Niedergang befindlichen mondänen Hauses, Herrn Moustafa. Dieser erzählt ihm die Geschichte, wie er in den Besitz des Hotels kam. Die beginnt 1932 mit dem sagenhaften Concierge Gustave(Ralph Fiennes). Zusammen mit dem jungen Lobby Boy Zero(Tony Revolori) muss Gustave zur Beerdigung der reichen Madame D.(Tilda Swinton), die stets Gast im Grand Budapest war und zu Gustave ein inniges Verhältnis unterhielt. Madame D. wurde ermordet, weil ihr Sohn Dimitri(Adrien Brody) ans Erbe will. Gustave erhält aus dem Erbe von Madame D. ein unschätzbar kostbares Bild. Mit dem muss er flüchten, denn Dimitri bringt Gustave in den Verdacht der Mörder von Madame D. zu sein und setzt ihm und Zero auch noch einen Killer auf die Fersen. So landet Gustave im Gefängnis, dann auf der Flucht und zum Schluss... aber das sollten sie sich dann vielleicht doch selbst ansehen.

Willem Dafoe, Harvey Keitel, Jeff Goldblum, Owen Wilson, Bill Murray, Edward Norton, Jude Law, Saoirse Ronan, Lea Seydoux und Mathieu Almaric. Was für eine Darstellerriege! Und die ist, Gott sei Dank, nicht für einen zweitklassigen Film "verschossen" worden. Im Gegenteil, -Grand Budapest Hotel- ist ganz großes Kino der Extraklasse. Wie Anderson der guten alten Erzählung mit diesem Schelmenstück neues Leben einhaucht, das ist fantastisch. Ob es die Schlitten Verfolgungsfahrt ist, die uns an Polanskis -Tanz der Vampire- erinnert oder die Flucht aus dem Gefängnis, die jedem Charly Chaplin Film gut zu Gesicht stehen würde. Anderson hat sich an den ganz großen orientiert und deren Vorgaben in Vollendung umgesetzt. Das Ergebnis ist ein Film, den ich ihnen ohne Wenn und Aber empfehlen kann. Unbedingt anschauen!
0Kommentar|15 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 16. Dezember 2015
Hatte aufgrund des Erfolgs und der Kritiken zum Film etwas mehr erwartet. Es macht sicher Spaß, SO viele bekannte Schauspieler auftauchen zu sehen, man kann schon fast ein Gesellschaftsspiel draus machen, was das Erkennen angeht, aber für mich waren insgesamt vielleicht 2 echte Lacher dabei. Sicher mit Liebe gemacht, mit einem sehr individuellen Stil und mit Anleihen an die gute alte Zeit, aber ich fand ihn nicht amüsant, auch wenn der Cast und die schauspielerische Leistung natürlich jenseits aller Kritik sind
0Kommentar|2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 16. Mai 2014
ich finde den film einfach klasse

Achtet man nicht nur auf die Dialoge, sondern auch auf Kostüme, Hintergrundgeschehen oder Musik (also die allgemeine Inszenierung) fallen einem so viele interessante und witzige Dinge auf.
Die Wahl/Art der Nebendarsteller (zB. der lange Mann im Fahrstuhl) ist richtig gut.

Ich konnte gar nicht verstehen, dass jmd, der mit mir aus dem Kino ging, sagte: "schrecklicher Film.."
Schade, dass manche Leute die Kunst in gutdurchdachter Regie nicht mehr erkennen können und höchstwahrscheinlich verblendet sind von sich anhäufenden billigen Action/Horror/Liebes-Filmen. und das ist unabhängig vom Alter. (ich: Anfang 20)

Mal ein erfrischender Film, abseits der aktuellen oftmals schlecht gedrehten Filme.

Ein Film den man gesehen haben muss!
(die bekannten Schauspieler sind ein gutes Extra, die aber nicht hätten sein müssen. Ein Film den man nicht sehen/bewerben muss wegen des "Lieblings"schauspielers)
11 Kommentar|43 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 11. Mai 2016
Der amerikanische Regisseur Wes Anderson, der auch für z.B. Darjeeling Limited, Rushmore, Moonrise Kingdom verantwortlich zeichnet, hat "Grand Budapest Hotel" als eine Farce basierend auf Erzählungen von Stefan Zweig in Szene gesetzt.

Die Komödie um den heutigen Besitzer des Hotels, Zero Moustafa (F. Murray Abraham), und den heimlichen Chef früherer Zeiten, den Concierge Monsieur Gustave (Ralph Fiennes), wird mittels eines Erzählers in fünf Kapiteln und auf vier verschiedenen Zeitebenen erzählt und enthält zahlreiche Reminiszenzen an andere Filmgenres, etwa an Historien- und Kostümfilme oder an Krimis.

Sie ist versehen mit im wahrsten Sinn des Wortes traumhaften Kulissen, teils echt, etwa ein Kaufhaus in Görlitz, der Dresdner Zwinger oder Außenaufnahmen in Polen oder Tschechien, teils Animationen. Die enorme Liebe zum Detail ist unschwer erkennbar. "Grand Budapest Hotel" ist aufwendig, bunt, skurril, temporeich und besonders gemacht.
Es agieren viele bekannte internationale Schauspieler, Briten, Amerikaner, Franzosen, Deutsche, neben den schon genannten z.B. Jude Law, Bill Murray, Tilda Swinton, Owen Wilson, Mathieu Amalric, Florian Lukas, Karl Markovics.

Dieses Lustspiel bietet schwungvolle, humorvolle Unterhaltung mit Herz und großem Aufwand und es macht Spaß, dieses Erlebnis zu genießen.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden

Haben sich auch diese Artikel angesehen

9,99 €