Nachtrag 10.4.2011:
Mit Ruhe und Gemütlichkeit geht alles besser und manchmal hilft ein zweiter Versuch sowie guter Rat. Grundsätzlich bin ich immer noch der Meinung, dass die Beschreibungen ausführlicher sein könnten, insb. mit Bildern der Arbeitsschritte, da das eine oder andere doch ungewöhnlich ist. Da ich aber bei der Wiederholung mehr Erfolg hatte, und meine Testesser (w und m) sich positiv geäußert haben, erhöhe ich meine Punkte auf vier.
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Silvena Rowe wurde lt. Klappentext in Plovdiv geboren, 500 km von Konstantinopel entfernt. In England ist sie eine bekannte Fernsehköchin. Sie ist leitende Küchenchefin der Baltic Group Restaurants, und hat auch schon Kolumnen (z.B. für den Guardian) geschrieben. Von ihrem türkischen Vater stammt ihre Begeisterung für das Kochen. Insofern ist es kein Wunder, dass dieses Kochbuch vor allem aus der türkisch-syrischen Küche seine Inspirationen bezieht. Ob es nun verschiedene Börek-, Kebab- oder Köfte-Variationen sind, Pilaw, Yiahni, Falafel oder Tarator. Ob davon alles authentisch ist, vermag ich leider nicht zu sagen, auf jeden Fall sind es interessante Rezepte, die ich so bislang noch in keinem meiner Orient-Kochbücher gefunden habe.
Fast alle Rezepte sind auf einer Seite übersichtlich zusammengefasst. Viele, aber nicht alle Rezepte können auf Bildern bewundert werden. In diesen Fällen ist dann auf der einen Seite der Text, auf der anderen das Bild. Aufgelockert wird der Inhalt durch stimmungsvolle Bilder von Pflanzen und Landschaften. Am Ende findet sich eine kurze Übersicht der Grundlagen, wo zum Beispiel Gewürze beschrieben und Gewürzmischungen zum Selbermachen erläutert werden. Auch die Herstellung von Ghee (Butterschmalz) wird hier beschrieben. Diese Grundlagen sind jedoch sehr knapp gefasst. Wenn sich jemand noch nie mit der orientalischen Küche befasst hat, könnten vielleicht noch Fragen offen bleiben. Abgeschlossen wird das Buch durch ein Stichwortverzeichnis und die Danksagung.
Die verwendeten Gewürze reichen von Chili über Kreuzkümmel, Koriander, Kardamom, Nelken, Sumach, und anderen bis hin zu Zimt. Tahini (eine Sesampaste) wird oft verwendet. Kräuter spielen eine wichtige Rolle. Es gibt einige Hühnchen-, Kalb- und Lamm-Rezepte, viel Fisch und natürlich eine große Bandbreite an vegetarischen Rezepten (Auberginen, Granatäpfel, Linsen, Bohnen, etc.). Die meisten Zutaten sind einfach erhältlich. Sei es in einem wohlsortierten türkischen Spezialitätenladen, sei es hier auf dieser Webseite.
Positiv aufgefallen ist mir, dass dieses Buch aufgeklappt liegen bleibt, wenn man es neben die Arbeitsfläche legt.
Der Aufbau und ein paar Beispiele aus dem Inhalt:
ab
S. 19 Mezze:
* Auberginenmus mit Aleppo-Chili und Granatapfel
* Syrisches Za'atar-Brot mit Thymianblüten
* Köfte aus roten Linsen mit Granatapfel-Koriander-Salat
* Fenchel-Feta-Köfte mit Walnuss-Tarator
* Rote-Beete-Moutabel mit Tahini und gerösteter Orangenschale (Moutabel = Dip)
S. 69 Vorspeisen:
* Mahluta - Linsen-Reis-Suppe mit Lamm
* Kräutermarinierter Ziegenkäse im Weinblatt mit Knoblauch-Thymian-Brioche
* Gözleme mit Käse, Koriander und Mangold
* Mandel-Knoblauch-Suppe mit gerösteter Kokosnuss
* Zitronensuppe mit Krabbenfleisch und Zitronenmelisse
S. 101 Börek, Pilaws und Salate:
* Linsen-Mangold-Börek
* Wildreis-Pilaw mit Spinat und Bohnen
* Vaters gegrillter Auberginensalat mit Hibiskussalz
* Tomatensalat mit Granatapfel-Sumach-Dressing
S. 133 Fleisch:
* Lamm-Pistazien-Kebab
* Gewürzlamm mit Quitten-Senf-Relish
* Kebabs mit Granatapfelglasur an pikantem Granatapfel-Chutney
* Auberginentörtchen mit Kalbsragout
S. 165 Fisch:
* Weinblätter mit geräuchertem Schellfisch und Estragon gefüllt
* Gebratener Seeteufel mit Rosenblütensalz
* Langusten mit Orangen-Safran-Butter und Kohlrüben-Tahini-Püree
* Riesengarnelen im Kataifi-Mantel mit Pinienkern-Tarator
S. 193 Gemüse:
* Vaters Auberginen-Börek
* Schmortomaten mit Sumach und Korinthen
* Mahluba-Reis mit Auberginen, Feta und Granatapfelkernen
* Auberginentörtchen mit Granatapfel-Minze-Joghurt-Sauce
S. 213 Süßes:
* Kardamom-Pfeffer-Meringues mit Maulbeeren und weißer Schokolade
* Künefe mit Passionsfrucht und Vanille
* Rosenblüten-Eiscreme
* Mandel-Aprikosen-Baklava
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Verbesserungsfähig:
* Ausführlichere Beschreibung der Grundlagen
* Ausführlichere Beschreibung der Arbeitsschritte, z.B. bei den Brotschnecken mit Sesam und Tahini auf S. 65 rätsele ich immer noch, ob ich diese Jahrhunderte-alte-Rolltechnik richtig verstanden habe. Bilder der Arbeitsschritte wären hier ein echtes Plus!
* Mehr Gelingtipps. Das sind manchmal Kleinigkeiten, z.B. dass man die Riesengarnelen im Kataifi-Mantel ein paar Sekunden im Fett halten sollte bevor man sie fallen lässt.
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Kurz und gut:
Einem Koch-Anfänger würde ich dieses Buch wohl nicht schenken. Wer Grundlagen-Rezepte der orientalischen Küche sucht, dem würde ich eher zu Ghillie Basans Buch
Die orientalische Küche. 157 Gerichte aus Tausendundeiner Nacht raten. Wer aber schon etwas Kocherfahrung hat und auf der Suche nach neuen Wegen ist, der wird hier jede Menge Inspirationen aus der Region Türkei/Syrien finden.
Viel Spaß beim Kochen!
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Zuletzt noch ein Tipp:
Wenn man gar nicht weiter weiß, dann kann man auch auf Youtube suchen. Manche Rezepte werden dort von Silvena Rowe vorgestellt. In englischer Sprache mit ausgeprägtem Akzent. Im Kommentar finden Sie einen Link als Beispiel. Ansehen lohnt auf jeden Fall. Die Autorin ist eine sehr charismatische Köchin!