Ich war letzten Dezember (2008) mit einer Freundin und einem Freund auf Gran Canaria. Wir haben direkt im Süden (Maspalomas) gewohnt, weil wir die Nähe zum Meer wollten.
Wir sind, bis auf Tour 2, nur schwarze bzw. rote Touren gefahren und zwar folgende: 1, 25, 11, 4, 13, 2
Für alle Touren (bis auf Tour 2) gilt, dass die Auffahrten auf den Asphaltstraßen (zum Teil sehr) mühsam sind, weil auf der Insel generell sehr viel Verkehr herrscht. Das gilt leider auch für die meisten Nebenstraßen. Die Frage ist, ob der Autor einfach moderate Anstiege wollte oder ob es für die Auffahrten wirklich keine Alternativen gibt.
Die Downhills haben allesamt einen hohen Singletrailanteil, eine an sich sehr zu schätzende Tatsache. Die Trails haben es jedoch in sich: steil, steinig, lose. Wir (alle 3 in Ö staatlich geprüfte MTB-Lehrwarte) waren sehr gefordert, oft mussten wir Stellen schieben (und zwar nicht nur die, die der Autor im Buch erwähnt.). Wer technische Singletrails mag und das nötige Können (und auch Mut) mitbringt, wird definitiv daran Gefallen finden. Eine flüssige, schnelle Abfahrt gibt es nicht, daher gilt es die benötigte Zeit für die Abfahrten nicht zu unterschätzen. Die Singletrails, allen voran der 2te von Tour 1, sind z.T. sehr lang und kosten viel Konzentration.
Wir sind mit GPS gefahren, indem wir die markanten Wegpunkte eingetragen haben. Leider können die Touren nicht als GPS-Daten heruntergeladen werden, was schade ist. Bei mehrfachen Abzweigmöglichkeiten haben wir das Buch zur Hilfe genommen, das durchaus gute Wegbeschreibungen hat. Etwas lästig ist allerdings, dass sich die Beschreibungen oftmals mehr damit beschäftigen, welche Wege *nicht* zu nehmen sind, anstatt auf den richtigen zu fokusieren.
Leider vermisst man Detailinformationen zu den Touren, wie z.B., dass man Tour 11 nicht am Wochenende fahren sollte, weil die Einheimischen am Berg oben gerne Grillen und natürlich alle mit dem Auto raufblasen. Dem Guide fehlen auch abrundende Informationen zum Land, Bräuchen, Lokalen usw., die ein Bike Guide jedoch nicht unbedingt haben muss.
Fazit: Der Guide ist von den Wegbeschreibungen gut, die Touren sind landschaftlich sehr schön gewählt. Die Auffahrten erfolgen oft auf mäßig bis stark frequentierten Asphaltstraßen. Die Downhills haben einen hohen Singletrailanteil, sind aber auch sehr anspruchsvoll. Wer kein geübter Biker ist, sollte von den schwarzen und auch roten Touren tunlichst die Finger lassen. Man muß ausnahmslos bei jeder Tour Schiebepassagen in Kauf nehmen.