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Grammatologie (suhrkamp taschenbuch wissenschaft)
 
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Grammatologie (suhrkamp taschenbuch wissenschaft) [Taschenbuch]

Jacques Derrida , Hans-Jörg Rheinberger , Hanns Zischler
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 544 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 11 (1. März 1983)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518280171
  • ISBN-13: 978-3518280171
  • Größe und/oder Gewicht: 18 x 10,8 x 2,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 131.936 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Ludwig Fleck
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Nicht selten lassen sich die originellsten Entwürfe in der Philosophie auf eingängige Thesen zurückführen: Bei Jacques Derridas Buch Grammatologie aus dem Jahre 1967 ist es die Umkehrung der nach seiner Auffassung für das abendländische Denken charakteristischen Privilegierung der gesprochenen Sprache gegenüber der Schrift. Hinter dem merkwürdigen Namen Grammatologie verbirgt sich demnach das Programm einer Wissenschaft von der Schrift. Die Originalität von Derridas Ansatz besteht darin, auf eine Struktur aufmerksam gemacht zu haben, die für eine bestimmte Gestalt der abendländischen Tradition charakteristisch ist: Die Bestimmung des Seins als Präsenz in der stimmlichen Verlautbarung, der Phonie, in der das Subjekt sich selbst gegenwärtig ist. Man kann die darin implizierte Degradierung der Schrift zu einer bloßen Hilfsform, einem Supplement der gesprochenen Sprache daher auch als logozentrisch bzw. als phonozentrisch bezeichnen. Abwechselnd wird in der logozentrischen Metaphysik des Abendlandes die Schrift als Verstellung der unmittelbaren Präsenz von Sinn und Rede im Logos oder als bloße Repräsentation des gesprochenen Wortes bestimmt.

Unter dem Titel der Dekonstruktion unternimmt es Derrida, diese Denkfigur zu unterlaufen, um an ihre Stelle die Ursprünglichkeit der Schrift als einer Struktur geltend zu machen. Dekonstruktion ist demzufolge nicht so sehr eine Methode, sondern vielmehr eine bestimmte Weise Texte zu lesen, die darauf abzielt, die von der metaphysischen Tradition verschwiegene und verdrängte Textualität und Rhetorizität philosophischer Gedankenfiguren freizulegen.

In der Grammatologie erscheint das Modell einer ursprünglichen Schrift vor allem als Programm für eine postlogozentrische Philosophie. Seiner Ausführung und Erprobung ist Derrida in späteren Schriften und Lektüren philosophischer und literarischer Texte nachgegangen. Eine aufgeschlossene Rezeption hat er in Deutschland vor allem in der Literaturwissenschaft erfahren. In der akademischen Philosophie ist er hierzulande nach wie vor ein Außenseiter. --Jens Kertscher

Klappentext

Im ersten Teil des Buches - »Die Schrift vor dem Buchstaben« entwirft Derrida eine theoretische Grundlage, die er im zweiten Teil »Natur, Kultur, Schrift« - an einem Schlüsseltext des europäischen Logozentrismus überprüft, nämlich an Rousseaus Essai sur l'origine des langues, dessen (von Lévi-Strauss her unternommene) Lektüre zu einer Lektüre der Epoche Rousseaus wird.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Bitte lesen! 4. Januar 2012
Format:Taschenbuch
Es wäre der "Grammatologie" zu wünschen (ebenso den Werken "Die Schrift und die Differenz", "Die Stimme und das Phänomen" oder, jüngeren Datums, "Die Politik der Freundschaft"), daß sie nach all den Habermas'schen und Luhmann'schen Einlassungen hinsichtlich der Nutzlosigkeit und Unlauterkeit des Derrida'schen Schaffens, einfach endlich gelesen würde.

Unvoreingenommen und ohne Berührungsängste, sollte der Leser sich Stück für Stück - mit Geduld und Zeit und Lust zur Lektüre - in das Denken der Dekonstruktion einlassen und die Erfahrung machen, daß es zwar sehr schwierig, durchaus aber lohnenswert ist, sich Derrida noch einmal ganz naiv und neu zu nähern. "Grammatologie" ist sicher das Buch Derridas, das am eindeutigsten linguistischen, also rein sprachwissenschaftlichen Fragen nachspürt - und eröffnet dennoch schon hier enorme Perspektiven darauf, was die Dekonstruktion, richtig verstanden und erkannt und angewandt, zu leisten vermag, auch außerhalb des literarischen oder rein linguistischen Diskurses.

V.a. ist es wichtig, von dem wegzukommen, was ich hier einmal Vulgär- oder Populärdekonstruktion nennen will. Denn die sintflutartige Verwendung des Begriffes hat ihn aufgeweicht und somit zu einem mehr oder weniger leeren Begriff gemacht. Derrida allerdings hat ein sehr klares und auch nachvollziehbares Konzept dessen, was er Dekonstruktion nennt - eben keine Methode, kein Prinzip, keine Theorie, sondern eine Bewegung im Sprachlichen selbst/sprachlichen Selbst.

Der Vorwurf, Derridas Schreiben sei nicht lesbar, sei ein Raunen von den Rändern des Diskurses, welches der Esoterik Vorschub leiste und die Strenge des philosophischen Gedankens unterminiere, ist gerade an diesem Text zu widerlegen. Daß es ein schwieriger Text ist, daß man Zeit und Konzentration braucht - geschenkt. Welcher philosophische Text erfordert dies nicht? Und wenn man sich erst einmal in den Stil (auch der Übersetzungen) eingelesen hat, ist es auch möglich, eine Menge Humor und durchaus schöne sprachliche Bilder hier zu entdecken.

Man sollte in Deutschland endlich die Angst vor dem postmodernen französischen Denken ablegen! Ein Zusammen, ein Gemeinsam, ein aufeinander Zugehen und Ab- und Anstecken der Philosophien tut Not. Die Wirklichkeit neu lesen, die dekonstruktiven Kräfte innerhalb dieser Wirklichkeit sehen - das wäre ein Anfang, damit aus reiner zurückgezogener Philosophie (die oft genug zum l'art pour l'art verkommt und sich darüber auch oft genug beschwert, gekoppelt an die Klage, keinen gesellschaftlichen Einfluß mehr zu haben) politisches und gesellschaftliches Handeln abzuleiten wären.
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